Wir sind wieder da – auch ohne Laptop

Von Oliver Kraaz Heidi wusste es schon: Heimweh ist die Hölle. Dabei muss das Exil nicht einmal Frankfurt sein. Weg ist, wer nicht dort ist, wo sein Herz schlägt. Umso schöner, dass wir vor dem ersten Spiel sagen können: Mer chömid hei! Noch eine Rückrunde, dann sind wir wieder im Kleinfeld. Dort, wo unser grünweisses Herz schlägt.

Je näher die Fertigstellung des Stadions rückt, desto mehr staunt die breite Öffentlichkeit über die Kantonsgrenzen hinaus, wie schlank wir den Bau unseres Stadions durchziehen. In andern Städten gibt es entweder einen Aufstand von 5000 Schrebergarten-Besitzern oder Anwohner protestieren, weil das neue Stadion mit seinem Schattenwurf den Geranien-Stöcke von April bis Ende Mai weniger Sonne beschert.

Russland und China sind da einiges unkomplizierter: Will man ein Stadion bauen, werden die 200‘000 Einwohner des geplanten Standortes kurzerhand mit einer A-Post-Marke auf der Stirn in die Wüste geschickt. Bestückt mit einer Achter-Minipic-Batterie und einem Weggli als Verpflegung sowie einem Prix Garantie-Zelt für die ersten 100 Nächte draussen. Russen und Chinesen sind ja keine Unmenschen. Sagen die, die was sagen dürfen.

… also noch eine Rückrunde, das neue Kleinfeld am Horizont schon in Sicht – das kribbelt schon!

Fürs Erste geht es jetzt am Samstag zum Auftaktspiel gegen den FC Zürich U21 (Heerenschürli, Samstag 16:00 Uhr). Dort wurde der Trainer gerade in die 1. Mannschaft befördert. Was aktuell richtig in Mode ist: Spielt eine Mannschaft Gurkenfussball, haut der Präsident auf den Tisch und brüllt: «Haben wir nicht auch so einen jungen Trainer mit Laptop? Die machen doch immer so tollen Fussball. Wie der mit der komischen Frisur in Hoffenheim, wie heisst er noch?»

Nagelsmann-Effekt heisst das. Und so darf sich mancher U11-Trainer-Hoffnung machen, über Nacht plötzlich ein Fanionteam zu übernehmen. Früher hiess dies Kinderarbeit (nur nicht in China).

Also, Ludovic Magnin weg (ohne Laptop), dafür wir wieder da. Bereit für die grosse Heimreise diesen Frühling.

Auf geht’s! Fussball, wir Krienser sind wieder da!