«Wir sind gut, weil wir eben anders sind»

Daniel Müller (32) übernimmt beim SC Kriens die Leitung des Marketings und tritt die Nachfolge von Susanne Waldis an. Der Leiter der Generalagentur der AXA Winterthur in Kriens spricht im Interview über sein neues Amt, seinen Pedenzenstapel und einen strahlenden SCK-Finanzchef.

Daniel Müller, du bist seit zwei Jahren im Marketingteam des SC Kriens. Weshalb hast du dich nun dafür entschieden, die Leitung zu übernehmen?
Schon als 12 jähriger habe ich mit meinem Vater die Spiele des SC Kriens in der NLA Saison 1997/98 live im Kleinfeld verfolgt. Ich kann mich beispielsweise gut an den Sieg gegen die Grashoppers erinnern. Damals herrschte eine grosse Euphorie in der Region um den SC Kriens. Diese Euphorie spüre ich seit einiger Zeit wieder. Der SCK ist zurück auf der Erfolgsspur, führt die Liga an, erhält ein neues, schmuckes Stadion und steht finanziell auf einem soliden Fundament. Der Gedanke, meinen Teil zu dieser Entwicklung beitragen zu können, hat mich motiviert. Zudem ist die Stimmung und das gefühlte Herzblut im Verein toll. Daran will ich teilhaben.

Früher war der Marketingverantwortliche eines Fussballvereins damit beschäftigt, Sponsorengelder aufzutreiben. Heute sind die Aufgaben vielfältiger. Wie würdest du dein Jobprofil beim SCK beschreiben?
Das ist korrekt. Die Zeiten in denen der Marketingmitarbeiter eines Sportvereins telefonisch alle regionalen Unternehmen abtelefonierte um eine Bande oder ein Inserat im Clubheft zu verkaufen, sind vorbei. Ich sehe mich als Bindeglied und Unterstützer zwischen Marketing und Kommunikation bezogen auf die Ausrichtung und den Auftritt des Vereins. Weiter geht es darum, attraktive Angebote für unsere Sponsoren zu kreieren, die Aktivitäten des Marketingteams zu koordinieren und für mich sehr wichtig, die angesprochene Euphorie nach Aussen zu tragen. In meinen Augen ist die Wahrnehmung des Vereins bei den Menschen entscheidend für unseren Marketingerfolg.

Ein einziger Marketingmitarbeiter reicht nicht mehr

Hat man für so eine Amt überhaupt noch die Zeit als berufstätiger Familienvater?  
Wahrscheinlich wird mir nicht langweilig (lacht). Im ernst, um die zahlreichen Aufgaben angehen zu können, ist ein funktionierendes und motiviertes Marketing-Team wichtig, ein einziger Marketingmitarbeiter reicht für einen Verein wie den SC Kriens nicht mehr. Ich werde also nicht alleine sein, sondern ein Team um mich haben. So lässt sich die Aufgabenlast gut verteilen.

Welche drei Marketing-Dossiers liegen momentan zuoberst auf deinem SCK-Pendenzenstapel? 
Zuerst geht es nun darum, das angesprochene Marketingteam aufzubauen und die Stadionvermarktung voranzutreiben. Beides ist auf gutem Weg. Und anschliessend werden wir zusammen die Marketingstrategie und das Sponsorenangebot der Zukunft ausarbeiten.

Der SC Kriens positioniert sich als Gegenentwurf zur kommerziellen Fussballwelt, was bedeutet das für die Vermarktung des Vereins? 
Wir sind gut, weil wir eben anders sind. Wie in der Privatwirtschaft ist auch bei Sportvereinen die Differenzierung ein Vorteil. Wir heben uns mit unserer Fussballkultur und den gelebten Werten von anderen Vereinen ab, das ist für Sponsoren interessant, aber auch für Fans, Matchbesucher, Funktionäre oder einfach Sympathisanten. Gerade Sponsoren können mit dem SC Kriens auf einer sehr persönlichen Ebene neue Segmente erreichen. Daneben ist der SC Kriens auch aufgrund des zugenommenen, medialen Interesses und der positiven Stimmung im Umfeld ein spannender Partner. Diese Vorteile wollen wir in der Vermarktung nutzen. Sind wir mal ehrlich, momentan macht es einfach nur Spass bei uns mitzumachen.

Wir spüren ein grosses Interesse am SCK

Wie gross ist die Herausforderung im Marketingbereich mit der aktuellen Vereinsentwicklung mitzuhalten?
Ein neues Stadion und vielleicht eine neue Liga bedeuten höhere Kosten und neue Anspruchsgruppen. Dies erhöht automatisch den Druck auf die Marketingabteilung. Es ist leider noch nicht so, dass wir täglich Anfragen von Unternehmen für ein Sponsoring erhalten. Deshalb sind unsere Aufgaben sicher nicht zu unterschätzen. Auf der anderen Seite spüren wir ein grosses Interesse am SCK, sei es medial, aber auch aus der Wirtschaft. Unser erfolgreiches Crowdfunding dient als Beleg dafür. Es herrscht Freude und Aufbruchstimmung. Wenn wir es schaffen diesen Schwung mitzunehmen und ihn auf unsere aktuellen und potenziellen Sponsoren zu übertragen, sind die Möglichkeiten sehr gross. Dann können wir definitiv mit der Vereinsentwicklung mithalten.

Wann bist du mit deiner Arbeit als SCK-Marketingchef zufrieden? 
Wenn wir mit unserer Arbeit ankommen und der SC Kriens davon profitiert. Zudem richte ich mich nach dem unserem Finanzchef. Wenn er auch in Zukunft einen gesunden Eindruck vermittelt und vor Freude strahlt, dann machen wir tendenziell einen guten Job (lacht).

 

Entweder oder mit Daniel Müller

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