Wiederanpfiff im «1944»

«Es läuft ständig etwas. Das ist toll, aber mir blieb gar nicht viel Zeit, um alles mal ruhig Revue passieren zu lassen», sagte Gastro-Leiterin Vreni Sigrist noch vor einigen Monaten im SCK-Clubheft über ihre Arbeit im «1944». Dann kam Corona und die Restaurant-Türen blieben geschlossen. Jetzt 53 Tage später kehrt das Leben zurück ins «1944». Unsere Stadionbeiz ist ab Montag 11. Mai für alle FussballerInnen und nicht-FusballerInnen wieder geöffnet (natürlich unter Einhaltung aller BAG-Vorschriften). Öffnungszeiten

 

Das Interview mit Vreni Sigrist aus dem Clubheft «Kleinfeld».

Seit gut eineinhalb Jahren läuft die Kleinfeld- Gastronomie unter deiner Führung – ist es so, wie du es dir anfangs vorgestellt hast?
Schwierig zu sagen. Wir alle beim SCK wussten vor der Stadioneröffnung nicht genau, was uns erwartet. Wie die Menschen auf das «1944» und das Stadion regieren würden. Und dann ging alles sehr schnell und der Betrieb kam umgehend ins Rollen. So ist es bis heute geblieben. Es läuft ständig etwas. Das ist toll, aber mir blieb gar nicht viel Zeit, um alles mal ruhig Revue passieren zu lassen.


Was ich aber aus dem Bauch heraus sagen kann, ist, dass mir die Arbeit hier im «1944» mega gefällt. Ich hätte nicht gedacht, dass es so zeitintensiv ist. Alles ist mit viel mehr Arbeit verbunden. Vieles ist grösser. Es ist etwas ganz anderes als noch vor vier, fünf Jahren. Aber die unzähligen Stunden hier reuen mich überhaupt nicht. Den Sonntag nehme ich mir mittlerweile frei, dann finden bei uns auch keine Anlässe statt. Aber das ist der einzige Wochentag, an dem ich nicht im Kleinfeld bin.

Steht wieder im Einsatz mit ihrem Team: Gastro-Leiterin Vreni Sigrist.

Anfangs kamen die Menschen um das neue Stadion Restaurant zu sehen, aus Neugier. Wichtig ist, dass sie wiederkommen. Ist das der Fall?
Ja, viele Leute, die letztes Jahr hier ein Geschäftsessen, eine GV oder einen anderen Anlass hatten, haben uns nun wieder kontaktiert. Das ist ein schönes Zeichen und für mich eine wichtige Bestätigung. Ich fragte mit letztes Jahr ja auch, kommen die Leute jetzt nur, weil sie neugierig sind oder, wie gut hat es ihnen bei uns gefallen? Dass jetzt viele wiederkommen, ist toll.

Wie viele Anlässe fanden im vergangenen Jahr im Kleinfeld statt?
Ich müsste nachzählen. Aber so über den Daumen gepeilt würde ich sagen, dass an jedem dritten Tag ein Anlass bei uns im «1944» stattfindet – die Spiele und Turniere nicht dazugerechnet.

Das wären dann gut 120 Anlässe. Erstaunt dich diese Zahl?
Ich freue mich darüber. Wie gesagt, wir wussten nicht genau, wie das Restaurant «1944» bei den Leuten ankommt. Es ist für uns alle immer noch ein Abenteuer. Wir dürfen sicher zufrieden sein, wie es momentan läuft, müssen aber auch schauen, dass es mindestens so bleibt.

Bekommst du auch persönliche Rückmeldungen von den Gästen?
Natürlich, nach jedem Anlass. Wobei ich das nie verlange. Aber die Leute kommen und bedanken sich und sagen meistens, dass sie gerne wiederkommen.

Weshalb kommen sie wieder?
Ein Anlass in einem Fussballstadion ist etwas Spezielles – oft trainieren noch Junioren oder es findet ein Spiel auf dem Hauptfeld statt. Es ist ein lebendiges Umfeld. Ein weiteres Plus sind unsere Räumlichkeiten, die gute Grösse der Räume in denen man für sich sein kann, sie nach Wunsch dekorieren- oder einen eigenen Musiker engagieren kann. Und trotzdem ist man in einen Restaurantbetrieb eingebettet. Man wird bedient, ist aber unter sich. Das gefällt den Leuten.

…dass sie im Kleinfeld machen können was sie wollen?
(lacht) Überspitzt gesagt, ja. Sie können bei uns wirklich fast alles machen – in Absprache mit uns. Kürzlich wurde hier ein Geburtstag zum Thema «Glitzer» gefeiert. Es war anschliessend alles voller Glitzer, die Leute fanden es aber toll und verbrachten einen schönen Abend. Das ist das Wichtigste.

Die Freiwilligenarbeit ist die Basis des SC Kriens und auch des «1944».

Hast du einen Lieblingsanlass aus dem vergangenen Jahr?
Es gab viele tolle und spezielle Anlässe. Eine grosse Herausforderung war die GV des Schwinger- verbandes. 110 Personen waren angekündigt. Am Abend standen dann über 140 Menschen bei uns im Kleinfeld. Aber wir haben es hinbekommen, haben alles unnötige Mobiliar in den Gang geschoben, zusätzliche Tische hingestellt, Stühle organisiert und das Essen aufgeteilt.


Auch die GV unseres Donatoren-Clubs 91 war ein Höhepunkt. Da kamen auch über 100 Menschen. Der Pilatusmarkt Kriens hatte ein schönes, stimmungsvolles Weihnachtsessen bei uns. Es gab wirklich schon viele wunderbare Feste hier.

Und das bewältigst du alles mit freiwilligen Helferinnen und Helfern.
Ja. Bei einem Anlass, der nichts mit dem SC Kriens zu tun hat, verdienen unsere SCK-Helferinnen und Helfer etwas. Aber sie alle kommen immer freiwillig und das merkt man. Das spüren auch die Gäste, was ein weiteres, grosses Plus unseres Restaurants ist. Ohne die Helferinnen und Helfer könnte ich das hier nicht machen – keine Chance.

Ist das den Gästen bewusst?
Sicher nicht allen. Aber die Freiwilligenarbeit ist die Basis des SC Kriens und auch des «1944». Unser Stadion Restaurant, und das ist für mich wichtig, ist die Clubbeiz des SC Kriens. Das soll man spüren und wenn wir von einer familiären, persönlichen Vereinsatmosphäre sprechen, dann merkt man das als Gast im «1944» vor allem dank unseren freiwilligen Helferinnen und Helfern.

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