«Wer einmal hier bei uns im Kleinfeld war, der kommt wieder»

Der Umgang miteinander ist herzlich, kollegial, zwischendurch lockerer. Man stösst an, erzählt einander aus dem Leben und stösst erneut an im Kleinfeld Restaurant «1944». Es ist eine typische Männerrunde, eine mit einem eigenen Namen: «Seppi Club». Das jüngste Mitglied ist 65, das älteste 85 Jahre alt. 

Im Lauf der Jahre wurden beim SC Kriens einige solche inoffizielle, kleine Klubs oder Vereinigungen geboren. Zum Beispiel die «Alte Garde» oder auch die «Whiskey Kurve». Entstanden sind sie alle im Kleinfeld, ins Leben gerufen von Menschen, deren Herz grünweiss schlägt und die sich mit Gleichgesinnten zusammenschliessen für gemeinsame Matchbesuche, Stammtisch-Gespräche oder wie im Falle des «Seppi Clubs» um zu helfen, wenn der SC Kriens mal wieder ein Fest plant, einen besonderes auszutragen hat oder sonst Not am Mann ist.

Seine Mitglieder haben sich Jahrzehnte lang in verschiedenen Ämtern für den SC Kriens engagiert und wollen nun, selbst im Pensionsalter, ihren Verein nicht im Stich lassen. Ein Gespräch mit zwei langjährigen Mitgliedern des «Seppi Clubs». 

Werni Häfliger und Seppi Egli, wieso gibt den «Seppi Klub»?
Seppi Egli: Eigentlich wegen Toni Burri. Als ich im SCK-Vorstand war, sagte er zu mir «Seppi du wirst bald pensioniert und kennst viele Pensionierte, könntest du die nicht mal fragen, ob uns jemand helfen könnte.» So fing das an.

Und du hast dann nur «Seppis» gefragt?
Seppi Egli: Tatsächlich waren wir zu Beginn nur «Seppis». Fünf an der Zahl. Das war reiner Zufall, so ist der Name entstanden. Heute sind es übrigens immer noch fünf Seppis. Allerdings sind zwei Seppis aus der Anfangszeit inzwischen leider verstorben, dafür sind zwei neue «Seppis» dazugekommen.

Was verbindet euch?
Seppi Egli: Natürlich der SC Kriens. Zudem sind wir alles ehemalige Handwerker. Mit einer Ausnahme, ein Mitglied hatte einen guten Posten bei der Swisscom. Er hat uns gleich am Anfang gesagt, «ich bin euch handwerklich keine Hilfe, aber ich möchte dabei sein.» Er ist dann stundenlang mit deinem Greifer im Kleinfeld rumgelaufen und hat Abfall gesammelt und war total zufrieden dabei.

Werni Häfliger: Bei all der Arbeit die wir beispielsweise für ein SCK-Fest auf uns nehmen, gehört es schon dazu, dass wir es untereinander glatt haben und die Geselligkeit nicht zu kurz kommt. Wir können eben beides, arbeiten und Spass haben (lacht).

Wieviele Mitglieder zählt der «Seppi Club» heute?
Werni Häfliger: 13 Pensionäre sind es momentan. Das passt ganz gut so. Wenn es mehr wären, hätten wir dann plötzlich zu wenig Arbeit.

Seppi Egli: So 15 Mitglieder wäre auch in Ordnung. Willkommen ist jeder und jede. Aber zu viele Mitglieder wäre vielleicht auch heikel, plötzlich geht noch jemand vergessen. Ich rufe immer alle Mitgliedern an, auch wenn es vielleicht gar nicht alle brauchen würde, aber es soll niemand das Gefühl bekommen, nicht mehr gebraucht zu werden. Und es kommen auch immer alle.

Werni Häfliger: Seit ich dabei bin, und das ist jetzt schon eine Weile, hat noch nie jemand «nein» gesagt und ist nicht gekommen, wenn wir den «Seppi Club» zusammengetrommelt haben. Noch nie.

Eigentlich könntet ihr alle auch sagen: wir haben lange genug für diesen Verein «gearbeitet», wir kommen einfach noch ins Kleinfeld Kaffe trinken.
Seppi Egli: Wir sind so liebe Kerle, wir können gar nicht anders als uns für den SCK zu engagieren (lacht).

Werni Häfliger: Wir leben für diesen Verein. Wir haben Freimitglieder und Ehrenmitglieder, die alle viel für den SCK gemacht haben und ihnen etwas fehlen würde, wenn sie das nicht mehr könnten. Seppi Egli: Ja uns es ist auch einfach schön, nach der Arbeit zusammen ein Bierchen zu trinken und zu plaudern, das tut uns allen gut.     

Welche Bedeutung hat der SC Kriens für euch heute?
Werni Häfliger: Für mich ist es ein Vorzeigeverein, der Schweizweit einen sehr guten Namen geniesst und, mit Ausnahme von einigen wenigen Jahren, immer genoss.

Seppi Egli: Es ist eine Herzensangelegenheit und wer einmal hier bei uns im Kleinfeld war, der kommt wieder. Vom SC Kriens kommt man nur sehr schwer wieder los.

Werni Häfliger: Wir haben alle so viel erlebt hier bei diesem Verein, das bindet. Ich kann mich zum Beispiel erinnern: Wir haben in einem Sommer mal das ganze Stadion Kleinfeld neu gestrichen, den ganzen Tag. Vreni hat uns mit Sandwiches durchgefüttert. Und es gab Abende, da haben wir so lange gemalt, dass ich anschliessend auf der Spielerbank übernachtete und nicht nach Hause ging.

Wie hat sich der Verein verändert über die Jahre?
Werni Häfliger: Vieles hat sich verändert und trotzdem ist der SC Kriens von heute, dem SC Kriens von früher noch sehr ähnlich. Auch wenn sich das Umfeld stark gewandelt hat, der SCK ist seinen familiären Werten treu geblieben.    

Seppi Egli: Ich würde auch sagen, dass alles professioneller geworden ist. Der Verein, aber auch das Umfeld. Die Anforderungen sind enorm gestiegen. Das ist kein Vergleich mehr mit früher. Aber trotzdem hat sich der SC Kriens seine Urtümlichkeit und familiäre Atmosphäre bewahrt finde ich.

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