«Unsere Denkweise muss sich 2019 ändern»

Zufrieden, aber mit Luft nach oben. So ungefähr lautet das Fazit nach sechs Monaten Challenge League beim SC Kriens. Kurz vor Weihnachten nehmen Präsident, Trainer und Sportchef Stellung zu vier Stichworten, die uns in der Vorrunde beschäftigt haben und die wohl auch in Zukunft immer mal wieder für Diskussionen am Stammtisch im Kleinfeld sorgen werden. (Bilder: Roger Keller) 

Werner Baumgartner über…

…Atmosphäre 
«Wir blicken zurück auf ein ausserordentlich emotionales Jahr. Es war geprägt von vielen Höhepunkten, der ganze Verein war ausserordentlich gefordert. Gespannt (und angespannt) warteten wir auf die Challenge League und vor allem auf unser neues Zuhause. Dankbar dürfen wir jetzt feststellen, dass unser neues Stadion Kleinfeld von der SCK Familie, aber auch von vielen, bisher nicht unbedingt fussballorientierten Menschen sehr positiv aufgenommen wurde.

Der SC Kriens ist in seinem neuen Zuhause angekommen und hält die Türen für alle offen. Die Atmosphäre im Stadion und speziell im neuen Restaurant Kleinfeld «1944» ist familiär und sehr gut, selbst wenn noch nicht alle Mannschaften ihre ersten Heimsiege im Kleinfeld feiern durften. Es fühlen sich alle willkommen, so wie wir uns das gewünscht haben. Ich freue mich sehr auf das kommende Fussballjahr, wenn wir im Kleinfeld Fussball- und viele andere Feste feiern werden.»

Bruno Berner über…

…Mentalität
«Ende Mai 2018 waren wir die Nummer 21 in der Schweiz. Ein halbes Jahr und 18 Spiele Challenge League-Erfahrung später sind wir die Nummer 19 und zugleich als einziger nicht Superligist im 1/4-Finale des Schweizer Cups. So weit so gut.

Aber unsere Denkweise muss sich 2019 ändern. Das allgemeine Empfinden ist, dass unsere Spieler neben ihrem Job guten Fussball zeigen und sich für den SC Kriens sehr engagieren. Meine Wahrnehmung ist, dass wir diese Gedanken in erfolglosen Wochen zu sehr in den Vordergrund stellen. Es gibt keine Ausreden und Entschuldigungen. Um eine Winnermentalität zu entwickeln, um die Anforderungen zu bewältigen und unsere Ziele weiter verfolgen zu können, braucht es von allen im Verein noch mehr Engagement. Entscheidend für die Mentalität sind die Handlungen. Ich als Trainer rede aber lieber von mentaler Stärke als von Mentalität.»

…Solidarität
«Unser Aufstieg als Nomaden in die Challenge League war sehr aussergewöhnlich und ist sehr hoch einzustufen und auf einen enormen Zusammenhalt zurückzuführen. Nun gilt es das Gefühl der Solidarität auf einem höherem Niveau noch bewusster zu leben, indem die Spieler wieder fokussierter ihr eigenes «ich» stärken und so den entscheidenden Mehrwert in Gruppe bringen. Es liegt am Spieler, sich jeden Tag mit den Herzen der Mitspieler zu verbinden, um gemeinsame Ideen umzusetzen und Ziele zu erreichen.

Verschmilzt die individuelle Qualität mit der Solidarität, können wir jeden Gegner schlagen.

Ein Spieler darf sich also nicht verstecken, sondern jeder muss proaktiv die gemeinsamen Werte mittragen und verbessern, indem er seine Fähigkeiten im Wettkampf zeigt. Wenn ein Spieler das macht, reden wir beim SC Kriens von individueller Qualität. Und verschmilzt diese individuelle Qualität mit der Solidarität, können wir jeden Gegner schlagen.»

Bruno Galliker über…

…Möglichkeiten
«Wir hatten eine schwere Vorrunde in einer neuen Liga, die sich im Vergleich zu früher in vielen Bereichen stark weiterentwickelt hat. Wir können und müssen die Lehren aus diesen ersten Monaten in der Challenge League ziehen und nun Schritt für Schritt unsere Organisation und unsere Abläufe anpassen. Das betrifft die Mannschaft, den Staff, die Medizinische Abteilung, die Infrastruktur, das Vereinsumfeld, die Einstellung zum Ganzen und den Willen sich verbessern zu wollen.

Wir sind noch lange nicht am Ziel.

Mir ist bewusst, dass wir nicht alles auf einmal erreichen können. Den Weg zum Erfolg und zu unseren Zielen müssen wir uns Schritt für Schritt erarbeiten. Dazu gehört auch, dass wir schauen, wie wir unserer Mannschaft mit personellen Veränderungen helfen können. Die Spieler, der Staff und die Fans müssen sehen und spüren, dass wir beim SCK alles dafür tun um weiterzukommen. Wir sind noch lange nicht am Ziel.»

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