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Der Täter hat immer Blut am Pullover

Von Oliver Kraaz Allmählich sickert es auch in die Deutschweizer Medien durch, dass der Petrochemie Gigant Ineos mal kurz das Logo von Lausanne-Sport etwas umgebastelt hat. Etwas mehr blau, dazu ein freches Ineos-«O». Sieht schlimm aus und ist schlimm. Die Lausanne-Fans sammeln Unterschriften und versuchen verzweifelt von ihrem Verein zu retten, was zu retten ist. Sie tun mir leid. Die einzige Rettung dürfte der Konkurs am Ende des Grössenwahns sein. Die Geschichte wiederholt sich.

Und genau das bringt mich auf die Palme. Das einzige, was die Swiss Football League dazu zu sagen hatte, war: «Ist wohl legal». Die Bemerkung ist Humbug. Das «wohl» zeugt zudem davon, dass man sich selbst in seinem eigenen Fachgebiet nicht ganz so sicher ist.

Ist die Swiss Football League (SFL) wirklich nur für die Klappsitze in den Stadien und für die korrekten Glühbirnen an den Flutlichtern verantwortlich? Nicht auch … für die Klubs? Dass die gesund und im Sinne des Fussballs wirtschaften und seine Werte hochhalten, damit es sie und ihre Fans auch morgen noch gibt und nicht immer wieder das Finanzamt entscheidet, wer in welcher Liga (noch) spielen und zuschauen darf?

Die SFL kommt mir vor wie ein «Tatort»-Kommissar, der trotz 100 Fingerabdrücken auf der Tatwaffe, Blut auf dem Hemd des Verdächtigen als einzige der 50 Millionen TV-Zuschauer keine Ahnung hat, wer der Täter ist.

Kaum ein Investor ist Fussball-Fan. Ineos-Chef und Milliardär Jim Ratcliff mag ein Fan von Lausanne sein. Aber vor allem von dessen attraktiven Steuerbedingungen. Während die Swiss Football League mit ihren Anforderungen kleine, aber ehrliche Klubs wie Le Mont oder Wohlen in den Wahnsinn treibt, lässt sie die Plünderung von Klubs wie Lausanne, Wil, Xamax, Servette und wie sie alle hiessen und heissen werden, zu. Das ist so übel wie das neue Lausanne-Logo.

Wenn Fussball-Klubs wie Wirtschafts-Unternehmen geführt und verkauft werden sollen, braucht es auch keine organisierte Swiss Football League. Dann kann man alle Klubs auch gleich der Schweizer Börse anhängen. Das ist ehrlicher.

Zum Schluss eine Prognose: Für mich ist Lausanne-Sport der Topfavorit in der 2. Liga Interregional Saison 2020/2021.