Matchvorschau: SC Kriens vs. FC Vaduz

Pizza für 11 und kotzen mit dem Medizinball

Von Oliver Kraaz: Was ist eigentlich aus dem «Feuerwehrmann» in der Fussballbranche geworden? Die älteren Semester unter uns – also eigentlich alle, die noch zusammenhängende Texte aus Buchstaben statt Emojis lesen – wir reifen Fans, erinnern uns noch an die Trainer mit dem Ruf des Feuerwehrmannes. Das war eine Handvoll Trainer, die bei jeder (möglichen) Trainerentlassung sofort als mögliche Nachfolger präsentiert wurden und zu 99 Prozent auch tatsächlich für drei bis vier Spiele von Panik-Klubs engagiert wurden.

Dann erfolgte immer das Gleiche: Einige «führten viele Einzelgespräche», andere gingen erst mal zum Team-Pizza-Essen, andere holten einen Kickboxer zum Aggressions-Training und einige liessen die Spieler ganz einfach mit dem Medizinball bis zum Erbrechen um das Stadion rennen, um dann den Medien zu erzählen: «Wir sind bereit für den Abstiegskampf». Am Schluss stiegen dann die meisten trotzdem ab.

Heute drehen die Klubs nicht drei bis vier Runden vor Schluss bereits am Rad des Wahnsinn, sondern schon jetzt, im März. Aber niemand holt die Feuerwehrmänner – schade eigentlich. Die waren immer so schön übermotiviert und grinsten demonstrativ optimistisch, dass man instinktiv seine Kinder in Schutz nahm. Aber heute: Holt man lieber Nachwuchstrainer mit- oder ohne Abstiegserfahrung. Oder so. 

Jetzt müssen die Feuerwehr-Trainer weiterhin warten, als Experte in Fussball-Talks oder auf den Tribünen irgendwelcher Fussballspiele. So nach dem Motto: «Wer will mich?»

Morgen Freitag spielen wir gegen Vaduz (20:00, Stadion Kleinfeld). Irgendjemand hat in Zusammenhang etwas von «Abstiegskrimi» gesagt. Finde ich übertrieben, vor allem weil auf dem Kleinfeld keine Panik angesagt ist. Die Mannschaft um Bruno Berner wird ihr Ding durchziehen.

Tut mir leid, liebe Feuerwehrmänner.

In dem Sinne: Come on Kriens

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