«Ich habe mich immer für den Breitenfussball eingesetzt»

25 Jahre lang hat Teddy Henzi seine Freizeit den SCK-Junioren gewidmet. Im Sommer tritt er ab. Vorher will er aber noch mithelfen, die Juniorenarbeit im Kleinfeld neu zu organisieren.

Teddy Henzi, es ist lange her, aber erinnerst du dich, wie du zum SC Kriens gekommen bist?
Durch den damaligen Juniorenobmann Max Tobler. Ich habe ihn im Militär kennengelernt. Er war mein Kompaniekommandant und als mein Sohn im Sommer 1995 zu den F-Junioren kam, rief mich Max an und sagte: «Hör zu, wir haben keinen Trainer für die F-Juniorenmannschaft deines Sohnes und können das Team deshalb nicht führen.» Ich dachte, das könnt ihr nicht machen und habe das Traineramt bei den F-Junioren gleich selber übernommen, so fing alles an.

25 Jahre lang ehrenamtlich für den SCK, hast du dir das damals so vorgestellt?
Meine Güte nein. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist als Lehrer zwar mein Lebensinhalt, aber dass ich während 25 Jahren ehrenamtlich für den SC Kriens in der JUKO tätig bin, hätte ich damals nie erwartet.

Ich komme immer noch gerne ins Kleinfeld und freue mich auf die Leute, die ich mittlerweile seit Jahrzehnten kenne.

Nie ans Aufhören gedacht?
Doch doch, aber es kamen mir stets andere Menschen zuvor. Ich dachte dann jeweils: «jetzt kannst du nicht auch noch gehen».

Deshalb sind es 25 Jahre geworden?
(Lacht) Genau. Nein, ich bin von den Menschen im Kleinfeld damals sehr gut aufgenommen worden und habe mich sofort wohlgefühlt. Dieses Gefühl ist geblieben. Ich komme immer noch gerne ins Kleinfeld und freue mich auf die Leute, die ich mittlerweile seit Jahrzehnten kenne.

Wieso hörst du jetzt im Sommer auf mit deiner Arbeit in der SCK-Juniorenkommission?
Das hat auch mit meinem Beruf zu tun. Ich bin bei der Stadt Luzern für die ganze Schulraumplanung verantwortlich. Das ist momentan sehr fordernd. Dazu werde ich bald pensioniert und ich möchte noch einige Sachen aufarbeiten, damit ich sie dann sauber übergeben kann. Daneben reicht es einfach nicht mehr für die Juniorenarbeit im Kleinfeld – und nach 25 Jahren ist es auch genug. Aber ich werde mich weiterhin in der SCK-Präventionsgruppe engagieren und so nicht ganz verschwinden.

Zu oft denken Menschen, die sich als Trainer im Breitenfussball zur Verfügung stellen, an den Erfolg. Diese Motivation passt aus meiner Sicht nicht zum Breitensport.

Wie wichtig war es, mit deiner Arbeit beim SCK etwas bewegen zu können?
Sehr wichtig. Ich habe mich immer für den Breitenfussball eingesetzt und immer eine Mannschaft in der zweiten oder dritten Stärkeklasse trainiert. Dort wo der Fussball ein Hobby ist und es für die meisten Junioren auch bleiben wird. Mir war es stets sehr wichtig, Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung bieten zu können und meinen Teil dazu beizutragen, dass wir das mit dem SC Kriens im Kleinfeld so gut wie möglich hinbekommen.

Wie hat sich die Arbeit als Trainer verändert im Laufe der Jahre?
Ich finde die Grundsätze der Trainerarbeit auf dem Platz sind im Breitenfussball ähnlich wie vor 25 Jahren. Schwieriger ist es heute, dafür passende Trainer zu finden. Früher war es einfacher, Menschen zu begeistern, die sich für das Traineramt im Breitenfussball eigneten und ohne besondere Fussballausbildung mit Kindern umgehen konnten.

Und wie ist es heute?
Mein ehrlicher Eindruck?

Bitte…
Zu oft denken Menschen, die sich als Trainer im Breitenfussball zur Verfügung stellen, an den Erfolg. Sie denken ans Gewinnen, an den Tabellenplatz. Diese Motivation passt aus meiner Sicht nicht zum Breitensport.

Sondern welche?
Spass, Freude und Gemeinschaftssinn, das muss im Vordergrund stehen. Siege dürfen kein Anreiz für einen Trainer im Breitensport sein. Natürlich habe ich auch gerne gewonnen. Verlieren gehört aber genauso dazu und diese Erfahrungen sind für Kinder und Jugendliche genauso wichtig wie der Siegesjubel.

Wieso hat sich das geändert?
Es gibt einen gesellschaftlichen Zusammenhang. Der eigene Erfolg steht im Vordergrund, man will besser sein als der andere. Dieses Wettbewerbsdenken hat in der Gesellschaft sicher zugenommen in den letzten Jahren, Stichwort Finanzsystem oder Parteipolitik.

So wie es momentan organisiert ist, ist es nicht mehr machbar.

Wie kann man dem Entgegenwirken beim SC Kriens?
Ich stelle eine positive Entwicklung beim SCK fest. Es hat meiner Ansicht nach wieder mehr Leute mit der nötigen Sozialkompetenz im Kleinfeld. Die Trainersuche bleibt für uns aber eine Herausforderung, dabei gibt einem diese Tätigkeit als Juniorentrainer so viel. Ich weiss von was ich spreche.

Welche Aufgaben hat der SC Kriens in der Begleitung und Förderung seiner Juniorentrainer?
Wir haben eine Neuorganisation der SCK-Juniorenabteilung ausgearbeitet um genau dies zu ermöglichen, dass unsere Trainer besser begleitet, neue Trainer besser eingeführt und informiert werden können.

Weshalb ist diese Neuorganisation nötig?
So wie es momentan organisiert ist, ist es nicht mehr machbar. Momentan hat Toni Schwab als ehrenamtlicher Leiter Breite fast die ganze Personalverantwortung bei sich, das geht nicht mehr. Diese Verantwortung muss auf mehrere Schultern verteilt werden. Es braucht zum Beispiel einen Verantwortlichen oder eine Verantwortliche für die A und B Junioren, jemanden für die C und D Junioren und so weiter. Wir müssen das aufteilen, damit wir näher bei den Trainern sind und sie besser begleiten können.

Beim SCK gibt es Breiten- und Spitzenjuniorenfussball. Wie aufwendig ist es, diese beiden Bereiche unter denselben Hut zu bekommen?
Wichtig scheint mir, dass der gegenseitige Respekt vorhanden ist. Mir geht es um den Umgang und das Miteinander der Junioren untereinander. Ich finde diesen Austausch könnten wir noch verbessern. Vielleicht mit einem gemeinsamen Training oder anderen Vereinsaktivitäten. Bei den Trainern fördern wir diesen Austausch zum Beispiel aktiv, damit jeder vom Wissen und den Erfahrungen des anderen profitieren kann.

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