Heimkommen ist am schönsten – wusste schon Heidi

Von Oliver Kraaz 

Dass wir dies überlebt haben ohne nachhaltigen Schaden, das muss uns mal einer nachmachen: Zwei Jahre ohne echtes Heimspiel. Zwei Jahre und nie daheim. Man muss nur mal auf Youtube den Heidi-Film im Schnelldurchlauf anschauen, dann weiss man wieder, was das bedeutet. Denn: Hätte uns auch passieren können, dass wir wie Heidi aus Heimweh im Pyjama schlafwandeln gehen. Auf dem Kleinfeld. Oder hartes Brot im Schrank gesammelt hätten, für das neue Stadion. Haben wir aber nicht. Stattdessen sind wir mal kurz in die Challenge League aufgestiegen und haben unser Ding durchgezogen. Neymar würde wohl noch heute winselnd im Gersag auf dem Boden rumrollen, wenn ihm dieses Zwangsexil widerfahren wäre.

Ein Stadion-Exil kann einen Verein auch in den Abgrund führen. Siehe 1860 München. Nach 78 Weissbier hat der ehemalige Präsident vor Jahren entschieden, dass der Umzug in die Allianz-Arena doch eine tolle Sache sei. Weil: vielleicht immer 60’000 Zuschauer und Europacup. Am Schluss stieg man aus der 3. Bundesliga in die Regionalliga ab. Die Fans warfen die Klappsitze vor Wut aufs Spielfeld.

Zuerst musste der jordanische Investor weg (Jordanien? Fussball? Hallo?), damit 1860 im echten Stadion an der Grünwalder-Strasse wieder auferstand. In der 4. Liga. Kennen wir irgendwie, oder? Klammer zu.

Heute Abend ist Weihnachten Freunde. Wir packen unser neues Stadion aus, um das uns Viele beneiden. Ein Geschenk an uns alle, die wir in den letzten Jahren zusammengestanden sind. Ein neues Kapitel beginnt. Bruno Berner: «Wir haben eine Wahnsinnswoche hinter uns. Das heutige Spiel haben wir seit Wochen im Kopf. Jetzt ist es endlich da – und jetzt wollen wir dem Kleinfeld den SCK-Geist einhauchen. Heute, zusammen mit euch. Auf gehts.»

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