«Die nächsten Monate werden für den SC Kriens zum Überlebenskampf»

Es ist ruhig geworden im Kleinfeld, wie an vielen Orten in diesem Land auch. Hinter den Kleinfeld-Kulissen aber geht die Arbeit weiter, verschiedene Szenarien werden durchgespielt, Massnahmen ergriffen und wenn möglich Hilfe angeboten. SCK-Präsident Werni Baumgartner über die aktuelle Situation beim SCK und wie wichtig es ist, sich nun an die Massnahmen der Behörden zu halten.

Werni Baumgartner, im Kleinfeld ist das Restaurant geschlossen, es wird weder trainiert, noch gespielt. Wie sieht der Alltag als SCK-Präsident momentan aus? 
Der ist so neu und ungewohnt wie für alle anderen auch. Er ist natürlich stark geprägt von der Sorge um das Wohl aller Vereinsmitglieder und deren Angehörigen, aber auch um die Existenz des SCK. Unser Kernteam ist daran, die beschlossenen Massnahmen umzusetzen und wir tauschen uns regelmässig und teilweise mehrmals täglich aus. Dazu bin ich auch in engem Austausch mit der Swiss Football League (SFL) und dem Komitee um möglichst rasch handeln zu können, wenn das nötig ist. Vor allem versuche ich mich an alle Ratschläge und Massnahmen der Behörden zu halten und physischen Kontakt mit anderen Menschen auf das absolute Minimum zu beschränken.

Wenn ich daran denke, wie schwierig es für die Erkrankten oder die Pflegenden ist, dann müssen wir das ganze mit Augenmass und gesundem Menschenverstand ansehen und angehen.

Vieles ist unklar und ungewiss, wie geht man beim SCK mit dieser Planungsunsicherheit um?
Wir sind, wie ganz viele Menschen und Unternehmen auch, in einer ausserordentlich schwierigen Situation. Doch wenn ich daran denke, wie schwierig es für die Erkrankten oder die Pflegenden ist, dann müssen wir das ganze mit Augenmass und gesundem Menschenverstand ansehen und angehen. Ich gehe aber davon aus, dass die nächsten Monate für den SC Kriens zu einem Überlebenskampf werden. Was die Situation besonders schwierig macht ist, dass wir nicht wissen wie lange dieser Zustand anhalten wird. Fakt ist, dass kein einziger Franken mehr in die Kasse kommt, dass aber ein grosser Teil der Ausgaben wie Löhne, Mieten und so weiter weiterläuft. Es wird schwierig.

Du bist Mitglied im Komitee der Swiss Football League. Ist eine sachliche Diskussion über die Fortsetzung der Meisterschaft überhaupt möglich, angesichts der sich ständig verändernden Gegebenheiten?
Natürlich steht nun auch die Swiss Football League vor gewaltigen Herausforderungen. Das Komitee ist ja aus Vertretern von verschiedenen Clubs zusammengesetzt und so hat jedes Mitglied seine «eigenen» Sorgen und Aufgaben. Gleichzeitig ist es unsere Aufgabe, an die Liga als ganzes und auch an den Schweizer Fussball zu denken. Die Diskussionen sind schnell sehr sachlich und zielgerichtet geworden. Eine Planung ist aber de facto unmöglich. Wir können nur in Szenarien denken. Eine unserer Aufgaben wird sicher sein die Auswirkungen dieser Krise zu erfassen, diese zu kommunizieren und um adäquate Unterstützung zu bitten.

Natürlich wollen wir nicht nur auf Hilfe warten, sondern uns selber um unser Schicksal bemühen. Da wird sicher noch das eine oder andere möglich sein und wir sind auch sehr dankbar für jede Idee und jede Art von Unterstützung.

In einem Zeitungsinterview sprachst du vor zwei Wochen von fehlenden März-Einnahmen gegen 100’000 Franken. Jetzt fällt sicher auch der April aus, dazu ist das Restaurant geschlossen. Welche Massnahmen trifft der SCK gegen den Wegfall dieser budgetierten Einnahmen? 
Als ersten Schritt haben wir einen sofortigen und kompletten Ausgabenstopp beschlossen. Gleichzeitig haben wir den ganzen Betrieb bis auf das Allernotwendigste heruntergefahren und Kurzarbeit beantragt. Als Fussballclub, Unternehmen und sozialer Mittelpunkt für ganz viele Menschen hoffen wir auch auf zusätzliche staatliche Unterstützung. Auch die Liga ist derzeit auf Hochtouren daran Unterstützung für die 20 Vertreter der Super League und Challenge League zu erwirken. Und natürlich wollen wir nicht nur auf Hilfe warten, sondern uns selber um unser Schicksal bemühen. Da wird sicher noch das eine oder andere möglich sein und wir sind auch sehr dankbar für jede Idee und jede Art von Unterstützung.

Der SCK hat trotz der aktuellen sehr schwierigen Situation auch Verpflichtungen gegenüber seinen Sponsoren, Gönnern oder Jahreskarteninhabern. Wie geht man im Verein damit um?  
Wir werden diese selbstverständlich, so gut wie das überhaupt möglich ist, einhalten. Es wird auch in Zukunft Fussball gespielt werden und wir würden auch in Zukunft gerne auf all unsere Unterstützer zählen dürfen. Noch hoffen wir, dass wir auch die Meisterschaft zu Ende spielen dürfen. Es wäre doch wunderbar an einem schönen Juniabend an ein Fussballspiel ins Kleinfeld zu gehen. Wenn das nicht möglich sein sollte, dann werden wir mit Sicherheit eine gute Lösung für alle finden.

Zusammen mit anderen Krienser Vereinen und Organisationen engagiert sich der SC Kriens für eine koordinierte und gut organisierte Nachbarschaftshilfe in Kriens. Konkrete Informationen dazu folgen. Vorab haltet euch unsere extra dafür eingerichtete Facebook-Gruppe «SC Kriens hilft» auf dem Laufenden, ihr könnt euch dort auch bei uns als Helferin oder Helfer melden. Vielen Dank für die bereits jetzt schon grosse Solidarität. Tragt Sorge.

2 Antworten

  1. Theo Huber jun.

    In erster Linie wünsche ich dem ganzen Verein beste Gesundheit und hoffe, dass niemand im Umfeld des SCK vom Virus betroffen ist.
    Und dann wünsche ich dem SCK und dessen Verantwortlichen viel Kraft und Durchhaltewillen, um die existenzielle Kriese zu überstehen.
    Als Gönner und Jahreskarteninhaber denke ich zuerst ans Wohl des Vereins. Nur das zählt, heute, aber auch morgen.
    Da appelliere ich an alle Freunde des SCK. Mit vereinten Kräften haben wir den Konkurs abgewendet, haben ein neues Stadion und eine neue SCK-Infrastruktur gebaut. Lasst uns gemeinsam auch in dieser Kriese meistern. Toi toi toi SCK!

  2. ernst rutz

    Lieber Werni
    Vielen Dank für deine grossartige Arbeit. Alle SCK-Ler inkl. Staff verdienen Lob und Unterstützung in diesen schwierign Zeiten. Ich brauche das bekannte Wort „Wir schaffen das“. Liebe Grüsse an alle von Ernst

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