«Die Entscheidung jetzt aufzuhören, fiel mir alles andere als leicht»

Dominic Schilling verlässt den SC Kriens. Die Trennung erfolgt nach offenen und ehrlichen Gesprächen zwischen Dominic und dem SCK. Aufgrund seiner (neuen) beruflichen Auslastung ist es Dominic nicht mehr möglich, den nötigen Aufwand für die Challenge League zu betreiben. «Es ist schade, dass Dominic den Aufwand so nicht mehr bewältigen kann, denn mit seiner Erfahrung hätte er viel zum Klassenerhalt beitragen können. Jedoch habe ich für seinen Entscheid vollstes Verständnis. Dominic hat sich beruflich eine gute Basis geschaffen und will diesen Weg nun weitergehen», sagt SCK-Sportchef Bruno Galliker.

Im Interview erklärt das SCK-Eigengewächs, weshalb dieser Schritt nötig wurde und wie seine sportliche Zukunft aussieht.

Dominic Schilling, du verlässt den SCK jetzt im Winter, weshalb?
Es gibt für mich zwei Hauptgründe. Der eine ist der sportliche Mehraufwand in der Rückrunde. Wir trainieren zum Teil schon um 17 Uhr oder treffen uns am Sonntagmorgen nach einem Samstagsspiel zum Auslaufen. Der andere Grund ist meine berufliche Situation. Im vergangenen Oktober habe ich eine neue Vollzeitstelle angenommen. Neben diesem 100 Prozent Job, den Trainingseinheiten, den Spielen am Samstag, bleibt mir kaum mehr Zeit für die Erholung oder das Privatleben, und darunter leidet die Leistung auf und neben dem Feld. Es gab in der Vorrunde sehr wenige Tage, an denen ich weder arbeitete noch trainierte oder ein Spiel hatte. Ich spürte eine mentale Mündigkeit und Leere in mir. Dazu kamen die Hüftprobleme gegen Ende der Vorrunde. Die Entscheidung jetzt aufzuhören, fiel mir alles andere als leicht, aber ich kann der Mannschaft und dem Verein unter diesen Bedingungen keinen Mehrwert bieten.

Gab es dies Abschiedsgedanken schon im Sommer nach dem Aufstieg?
Man kann das Leben nur rückwärts verstehen, aber leben muss man es vorwärts. Niemand von uns wusste im Sommer wie gross der Aufwand in der Challenge League sein wird, daher bin ich dieses Abenteuer eingegangen. Aber ich bereue die Vertragsverlängerung beim SCK im Sommer auf keinen Fall.

Was wirst du vermissen?
Vermissen werde ich sicher die Mannschaftskollegen und natürlich Lili, die gute Fee, es ist unglaublich was sie nach wie vor für die 1. Mannschaft leistet. Mit einigen Spielern werde ich den Kontakt sicher aufrecht erhalten. Ich freue mich aber auch darauf, dass ich wieder mehr Zeit für meine Familie und Freunde und für mich selber habe.

Du bist beim SCK als Junior gross geworden, hast in den letzten 18 Monaten den Aufstieg in die Challenge League erlebt und als Spieler das neue Kleinfeld eingeweiht, wie wirst du mit dem SC Kriens verbunden bleiben?
Der SCK ist und bleibt immer in meinem Herzen. Ich habe unzählige Stunden meines Lebens im Kleinfeld verbracht und diese Erinnerungen werden mir bleiben. Ob ich irgendwann als Juniorentrainer oder als Seniorenspieler nach Kriens zurückkehre, kann ich im Moment aber noch nicht sagen.

Mit 30 Jahren wärst du gerade alt genug für die SCK-Senioren.
Mit dem Thema Senioren habe ich mich noch nicht befasst, dafür fühle ich mich noch zu jung (lacht). Zuerst stehen jetzt noch ein, zwei Untersuchungen an meiner Hüfte an. Wo und wie es bei mir sportlich weitergeht, wird sich dann in den nächsten Wochen zeigen. Gerne möchte ich noch zwei, drei Jahre auf gutem Niveau fussballspielen, sofern mein Körper das mitmacht.

Die ganze SCK-Familie wünscht Dominic von Herzen alles Gute auf seinem weiteren Weg. Wir freuen uns auf die Treffen im Kleinfeld und wohlmögliche Einsätze im Trikot der SCK-Senioren, in ein paar Jahren versteht sich. Immer einer von uns.

Dominic Schilling wechselte im Sommer 2017 vom SC Buochs zurück nach Kriens und verhalf dem SCK zum Aufstieg in die Challenge League. Der 30-jährige Krienser machte insgesamt 130 Spiele für Grünweiss und erzielte dabei drei Tore. Dominic spielte bereits vom Sommer 2004 bis 2008 beim SCK, ehe er via Basel U21, SC Cham und den SC Buochs wieder zu seinem Stammclub zurückkehrte.

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