Ca: Dieses Unentschieden bereitet «Kopfschmerzen»!

Ein aufopfernd kämpfendes Team Ca 1. Stärkeklasse des SC Kriens hat am Samstag, 25. Mai, im Heimspiel gegen den FC Zell unentschieden gespielt. Stimmen sagen, das Team wurde nach dem buchstäblichen K.O.-Schlag des Krienser Torhüters um den Sieg betrogen. Doch um den verloren gegangen Sieg in letzter Sekunde geht es in diesem «Matchbericht» nicht. Schiedsrichter sind Menschen und Menschen machen Fehler. Ohne Linienrichter kann er oder sie nicht jedes knappe Abseits erkennen. Ein Fünf-Meter-Abseits von zwei Spielern muss man allerdings erkennen können. Doch das ist eine andere Geschichte.

Das Spiel hat viel mehr eine unschöne Entwicklung verdeutlicht, die sich seit geraumer Zeit auf den Spielfeldern im Junioren-Fussball breit macht. Massives Einsteigen und brutale Fouls – eine Verletzung in Kauf nehmend – werden von den Schiedsrichtern nicht gepfiffen und bleiben ohne Konsequenzen für den fehlbaren Spieler. Drei Beispiele aus der Region zeigen dies auf und sind laut Fussballexperten keine Einzelfälle:

Eine grossgewachsene Spielerin in einem Jungs-Team wurde solange gefoult, bis sie mit einem Oberarmbruch vom Rettungswagen ins Spital gebracht werden musste – unter Gelächter der gegnerischen Spieler und Eltern. Der Trainer schritt nicht ein.

Ein Torhüter wurde mit gestrecktem Bein niedergestreckt und blieb liegen. Das Spiel wurde weder unterbrochen, noch das daraus entstandene Tor aberkannt, noch der Spieler nachträglich mit Konsequenzen belegt. Der Torhüter musste mit einem Waden- und Schienbeinbruch vom Rettungswagen ins Spital gebracht werden.

Im Spiel am Samstag, 25. Mai, wurde der Torhüter des SC Kriens trotz Ball in den Händen derart brutal angegangen, dass er bewusstlos liegen blieb. Spieler, die herbeieilten und den Torhüter vor dem Verschlucken der Zunge bewahren wollten, wurden vom Schiedsrichter weggeschickt. Der Torhüter musste sofort mit dem Rettungswagen ins Kinderspital Luzern gebracht werden, wo er zwei Tage lang unter Beobachtung blieb. Auch hier hatte die brutale Aktion keine Folgen für den foulenden Spieler.

SCK-Trainer Oliver Tanev, Eltern und Clubverantwortliche sind erschüttert, dass diese Jugendlichen nicht besser geschützt werden durch die Schiedsrichter. Es ist die Aufgabe der Unparteiischen, alles dafür zu tun, dass auf dem Spielfeld Fussball gespielt wird. Die Schiedsrichter müssen zu solchen Kampfattacken anstachelnde Trainer und Eltern sowie ausführende Spieler konsequent bestrafen. Wie sollen die jungen Spielerinnen und Spieler den fairen Kampf um den Sieg lernen, wenn sie bei Regelverstössen nicht die Konsequenzen tragen müssen? Was können Trainer und Eltern als Vorbilder dazu beitragen?

Diese sich leider häufenden Vorkommnisse werfen auch ein schlechtes Licht auf die pädagogische Ausbildung der Schiedsrichter sowie deren Unterstützung während der Saison. Die Richtlinien müssen im Jugendfussball klar und konsequent durchgesetzt werden, damit die Jugendlichen nicht auf der Strecke bleiben als Opfer einer Wild-West-Mentalität auf den Fussballplätzen. Siegen um jeden Preis?

Der Schiedsrichter hat die Autorität und Vollmacht, das Aufeinandertreffen zweier Teams zu einem echten und fairen Fussballspiel werden zu lassen. Er muss schlicht und einfach die Verantwortung konsequent übernehmen und die Spielerinnen und Spieler vor Übergriffen aller Art schützen. Damit das Fussballspielen wie auch Fussballschauen wieder Spass macht und Eltern nicht Angst haben müssen, ihr Kind nach einem Spiel im Spital abholen zu müssen.

Bericht: Thomas Vaszary

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