Gibt es doch noch Yoga mit dem Papst?

Von Oliver Kraaz Es ist kein Basler Jahr. Der FC Basel wird nicht Meister, sondern YB. Das war vor Jahren noch so undenkbar wie Yoga-Stunden mit dem Papst auf dem Petersplatz in Rom. Ist nun aber so. Aber die eigentliche Tragödie spielt sich hinter dem FCB ab: Dort verabschiedet sich mit Old Boys Basel ein echter Traditionsverein von der Bühne. 1894 gegründet und sogar zweimal Schweizermeister – gut, vor 119 Jahren. Aber beim FCL ist es ja auch schon fast so lange her. 

Der Grund für den Rückzug aus der Promotion-League, der besten Liga der Welt: Keine Fans, kein Geld, keine guten Spieler – so ungefähr wurde es jedenfalls vor den Medien vorgerechnet. Das heisst: In der Fussball-Region Basel ist die Nummer zwei hinter dem FC Basel…die U21 des FC Basel. Sonst weit und breit nichts. Monokultur nennt man dies in der Biologie. Und im Fussball ist dies wenig spassig.  Denn: Fussball ist mehr als Champions und Europa League.

«Fussball ist unser Leben» hat Kaiser Franz  Beckenbauer mal gesungen, schön falsch, aber doch richtig. Ohne Amateur-Klubs wird diese Freude aber nur noch wenigen Junioren vergönnt sein. Und darin liegt die Tragik. So traurig die Geschichte mit dem freiwilligen Rückzug von Old Boys auch ist, eines stimmt nachdenklich: «Zu wenig Einnahmen.» Wer hat denn um Gottes Willen gesagt, man könne in der Promotion League was verdienen? Jeder Marroni-Stand in der Sahel-Zone wirft mehr Geld ab als Fussball in der Promotion League.

… aber die Frage sei erlaubt: Wo soll man in der Schweiz nun spielen, ohne Konkurs zu gehen? Super League, da brauchts einen irren Millionär und Schmerzlosigkeit gegen dessen Fussball-Unkenntnis.  Challenge League? Tombola des Wahnsinns. Promotion League? Auch nicht gratis. 

Spielen wir also besser einfach Fussball. Volle Kanne gegen… oh, ja: Basel II. Haha! Ist doch cool. Dann zeigen wir doch mal, wie Fussball von Herzen stürmen kann. Gersag, Samstag 18 Uhr.

Mir chömid hei – und haben noch einiges vor!