«Wo dieser Weg endet, werden wir sehen»

Anfang Oktober kletterte der SC Kriens an die Tabellenspitze der Promotion League. Dort überwintert er nun gut zwei Monate später auch. Dazu wartet am Donnerstag 2. März 2017 der FC Sion im Cup-Viertelfinal. Und man fragt sich, was folgt im Frühling 2017 auf den goldenen SCK-Herbst 2016?

Es bleibt ein enges Rennen
«Unser Hauptziel ist und bleibt die direkte Cup-Qualifikation, sprich ein Platz unter den ersten Vier. Auch in dieser Saison sieht man wie ausgeglichen die Liga ist.» SCK-Sportchef Bruno Galliker hält den Ball gerne flach und meint ergänzend: «Rufen wir an einem Spieltag keine Topleistung ab, können wir gegen jeden Gegner Punkte liegen lassen.» Tatsächlich gestaltet sich die Meisterschaft in der Promotion League auch in dieser Saison ungemein ausgeglichen. So hat etwa das achtplatzierte Brühl bloss fünf Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Und im Rennen um die Tabellenspitze mischen neben dem SCK, auch Rapperswil, Basel II und Stade Nyonnais mit. «Wir wollen uns weiterentwickeln und unseren eingeschlagenen Weg konsequent weiterführen. Wo dieser Ende Saison endet, werden wir dann sehen», sagt Bruno Galliker.

Jure & Bruno

Zwei die sich verstehen. Trainer Marinko Jurendic (links) und Sportchef Bruno Galliker. (Bild: Roger Keller)

 

 

 

 

 

 

«Entwickeln», diese Wort hört man regelmässig, wenn man sich mit Bruno Galliker oder SCK-Trainer Marinko Jurendic unterhält. Vor 18 Monaten stieg der SC Kriens in die Promotion League auf. Jetzt führt man die Liga mit fünf Punkten Vorsprung an. «Die Spieler und der Staff investieren viel und haben eine hohe Bereitschaft und Überzeugung für unseren Weg. Alle Beteiligten zeigen viel Motivation, Leistungswillen und eine grosse Leidenschaft. Sie bildet die Basis für unsere weitere Entwicklung», sagt Marinko Jurendic.

Video-Analyst Costa Colatrella

Video-Analyst Costa Colatrella

Die professionelle Matchanalyse
Als passendes Beispiel für diese Aussage dient der SCK-Cheftrainer selber. Fehlende Infrastruktur oder wenig finanzielle Mittel werden mit Organisationstalent, Herzblut und bisweilen auch Improvisation wettgemacht – von den Trainingsmöglichkeiten bis zur Spielanalyse. So wurden die SCK-Gegner im Schweizer Cup beispielsweise nicht nur beobachtet, sondern ihre Partien aufgezeichnet und eine umfassende Datenanalyse davon erstellt. SCK-Betreuer Costa Colatrella arbeitet, so will es der Zufall, nebenbei als Video-Analyst und Vertriebspartner von «Panini Digital», eine Software zur professionellen Matchanalyse. «Im Prinzip benötigt man dafür bloss ein Video der Partie und mit Hilfe der Software wird dann daraus eine umfangreiche Datensammlung zum Spiel erstellt», sagt Colatrella. Von den Lauf- und Passwegen, über das Zweikampfverhalten bis zum Torabschluss (ein Beispiel). Thun, Lausanne Azzurri und Brühl wurden so digital in ihre Einzelteile zerlegt und vom SCK-Staff eingehend studiert. Ein grosser Aufwand, der aber seinen Teil zum Einzug in den Cup-Viertelfinal beigetragen hat. Ein Erfolg den auch Marinko Jurendic hoch einschätzt. «Die Erfolge im Cup gegen Thun und gegen Brühl gehören für mich zu den Höhepunkten der Vorrunde. Beide Spiele konnten wir Dank einer grossen Teamleistung gewinnen.»

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Das letzte Mal in der Fankurve des Kleinfelds. Der SCK nach dem Spiel gegen Köniz. (Bild: Roger Keller)

Eine Geste der Anerkennung
Und natürlich kommt der SCK-Cheftrainer bei seinem persönlichen Rückblick auch aufs letzte Spiel im  Kleinfeld gegen Köniz mit dem grossen Abschiedsfest zu sprechen. Ein Erlebnis aus dieser Partie ist Marinko Jurendic besonders in Erinnerung geblieben: «Während die Spieler beim Einlaufen waren kam ein Mann zu Bruno Galliker und zu mir an den Spielfeldrand. Weder Bruno noch ich kannten ihn. Er fragte uns, ob wir eine Mannschaftskasse haben. Als wir seine Frage bejahten, nahm er eine Tausendernote aus dem Portemonnaie und gab sie uns mit den Worten, es gefalle ihm, wie leidenschaftlich wir Fussball spielen und wir sollen einfach so weiter machen. Er wollte weder seinen Namen sagen, noch in irgend einer anderen Form erwähnt werden. Diese schöne Geste verstehe ich als grosse Anerkennung für uns alle.»

Transfers nicht ausgeschlossen
Wenn der SC Kriens am 16. Januar 2017 in die Vorbereitungen zur Rückrunde startet, dann tut er das zwar im Kleinfeld, die Heimspiele allerdings werden im Frühling irgendwo in der nahen Ferne ausgetragen. Wo genau, wird in den kommenden Tagen klar. Offen ist auch, ob es beim SC Kriens während der Winterpause noch zu Transfers kommen wird. «Mit Veränderungen müssen wir immer rechnen. Das mussten wir zum Beispiel im vergangenen Juli erfahren, als uns Dejan Sorgic kurz vor Meisterschaftsstart Richtung Thun verlassen hat. Aber Veränderungen müssen absolut Sinn machen und uns im Mannschaftsgefüge sowie auch in der Qualität vorwärtsbringen. Alles andere werde ich nicht unterstützen», sagt Bruno Galliker.