Stade Nyonnais – SC Kriens

Von Oliver Kraaz Der Herbst zieht ins Land. Man könnte jetzt das arg deprimierende Bild von der Jahreszeit des Vergehens zitieren und die Stirn in Falten legen. Kulturschaffende machen das gerne. Sie ziehen sich dann noch einen schwarzen Rollkragenpullover über und leiden ganz eindrücklich.

Als Fussball-Fan hat der Herbst einen Effekt: Man zieht sich etwas wärmer an und zurrt den Schal etwas satter. Ansonsten bekommt der Fussball im Herbst erst so richtig Fahrt. Der Boden wird tiefer, er raubt Kräfte, die Zeit der Schönwetter-Ballerinas ist vorbei.

…und doch: Etwas Wehmut liegt in der Luft. Ein Abschied naht. Das Stadion Kleinfeld wird (wahrscheinlich) bald Geschichte sein. Die letzten Tage nahen, die letzten Spiele. Dann heisst es Abschied nehmen von der Gammel-Stehrampe, vom bulgarischen Mini-WC, von den Grillständen auf Gerüsten und der schönsten und kultigsten Tribüne der Fussballschweiz.

Schon mal überlegt, welche Geschichten wir alle mit dem Kleinfeld erlebt haben? Welche Spiele sich uns eingebrannt haben? Was gewonnen, gelitten, geflucht und gefeiert wurde? Das Kleinfeld, da ging was in den letzten fast 50 Jahren. Wer hier seinen Mann stand, der hält was aus.

Jedes Heimspiel muss jetzt noch eine Feier sein. Irgendwann werden wir in Verklärung mal sagen: «Das Kleinfeld, das war schon der Hammer. So typisch Kriens.» So wie es eben ist mit Erinnerungen: Nicht alles war genau so, aber es fühlt sich unheimlich gut an.

Noch einmal spielt unsere Mannschaft in der Ferne. In Genf gegen Nyon, am Samstag um 16:30 Uhr. Es ist der Spitzenkampf – und wir sind dabei. Und schon jetzt schauen die letzten Heimspiele im Kleinfeld um die Ecke. Man sollte keines verpassen und noch einmal Fotos knipsen. Bilder fürs Leben.

2 Antworten

  1. v.symonov

    Den bericht find ich super, weiter so, nur Nyon ist nicht in Genf sodern eine eigene Stadt im Kanton Waadt.