Seitensprung auf die Allmend

Ein Kommentar von Oliver Kraaz: Also nix mit der grossen Cup-Chilbi auf dem Gersag. Obwohl wir noch so gerne gewollt hätten. Da muss man jetzt nicht gross auf Rivalität mit dem FCL machen, sondern: Derby auf dem Kleinfeld beziehungsweise bei dessen kleiner Schwester Gersag, das ist und wäre grossartig. Da ist alles möglich.

Aber Polizisten und Sicherheitsdispositive gibts weder zum Schnäppchenpreis auf ricardo.ch noch kann man diesen Job an irgendwelche windige Unternehmen auslagern, die dann den Job an im Stundenlohn arbeitende Kinder übertragen. Das geht mit iPhones und Turnschuhen, nicht aber mit Polizeieinsätzen. Und das ist auch gut so.

Nur: Wir erleben wohl gerade den leisen Tod des Schweizer Cups. Ein Cup, den sich kein kleiner Club wie Kriens mehr leisten kann. Die Reglemente und Anforderungen für ein solches Cup-Derby stellen Anforderungen an das Heimteam, die ins Geld gehen. Sehr ins Geld. Und wir sagen es gerne noch einmal: Als Promotion League-Team ist ein Franken noch ein Franken. Wenn der SC Kriens auf die Allmend zügelt (das mit «swissporarena» lassen wir jetzt mal), ist dies auch zu seinem finanziellen Schutz. Und weil bei 3500 Zuschauern auf dem Gersag jeder zweite ein Polizist und der Mann am Grill ein Fanbeobachter mit aufgeklebtem Schnauz gewesen wäre. Nicht wirklich lustig.

Auf der Allmend dagegen kann (fast) jeder Fan kommen, der will. Das ist der Sinn des Fussballs, wie wir ihn verstehen. Natürlich weinen wir etwas dem Cupfight im Gersag nach. Nur muss man sagen: Diese Cupfights auf Dorfplätzen, mit Zuschauern auf Heuhaufen und in Kirchtürmen, das ist eh vorbei.

Was heisst das für uns in Kriens? Wir werden unser Fest am Spiel haben. So wie wir es immer pflegen. Ohne Sponsorenfähnchen und schreiende Animatoren. Sondern gute, alte Schule. Und auch wenn wir uns bereits wieder auf das Gersag und vor allem auf das Kleinfeld ab Sommer 2018 freuen: Sollte diese Cup-Partie der Start zum langen Weg in den Cupfinal sein, nehmen wir auch dies sportlich. Wir sind flexibel.

Wir sehen uns im Gersag äh, pardon: Auf der Allmend.

1 Antwort

  1. Meyer

    Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, wenn aus Sicherheitsbedenken eine Partie „ausgelagert“ wird. Zudem bringt dieses Spiel wohl auch ein Mass an Zündstoff zwischen den Fangruppierungen.

    Was mich aber leicht irritiert… Es wird von einem „kleinen“ Club geschrieben, der finanzielle Aspekte geltend macht. Was zum Teufel sollen dann die wirklich kleinen Clubs schreiben, die einen grossen Gegner zugelost bekommen? Ich denke da vor allem an Clubs der zweiten Liga (zB Gunzwil letztes Jahr gegen Lugano)… Die haben nicht gejammert… Dort ist es selbstverständlich, dass alle anpacken um den Riesen-Fight auf die Beine zu stellen. Dass aus Lugano deutlich weniger Leute anreisen als jetzt zwischen Kriens und Luzern, ist wohl verständlich. Die Anforderungen an die Sicherheit sind aber die selben…

    Das hätte ich eigentlich auch vom SC Kriens erwartet… Und nicht der Weg des geringsten Widerstandes…