SC Kriens – YF Juventus

«Willkommen in Wembley-Stadium in Kriens!»

Für YF Juventus muss der Ausflug ans Spiel gegen Kriens (Samstag, 17:30 Uhr) wie ein Ausflug ins Paradies sein: Endlich wieder mal in einem echten Fussballstadion spielen. Mit echten Tribünen, Stehrängen und sogar einer Matchuhr. Und das Beste sogar mit Zuschauern, die absichtlich am Spielfeldrand stehen – und nicht weil der Hund seine Notdurft irgendwo im Grünen erledigen muss.

Stimmt, das Kleinfeld knarrt schon wie ein altes Berghaus im Engadin. Aber der SC Kriens hat immerhin ein Stadion. Über den Daumen wohl das schönste der ganzen Promo-League. Für die Spieler von Juve wird es wie im Wembley Stadium sein.

YF - SCK

Samstag, 8. März 2014, 14.30 Uhr SC Young Fellows Juventus – SC Kriens 5:0

Warum? YF Juventus spielt in Zürich auf dem Juchhof. Wer einmal dort war, wird das Stadion suchen. Es ist nämlich keines. Sondern ein Areal mit 8 Plätzen. Ein Niemandsland für Firmen-, Amateur- und Junioren-Fussball. Vielleicht auch für Tipp-Kick, wer weiss das schon. Keine Stehrampen, nix. Ein paar Stangen zum Anlehnen. Wer dort ist, denkt: Ich muss heim. Sofort.

Darin liegt die Tragik des nächsten SCK Gegners: Er gehört nirgends hin und niemand kann und will ihn so sehen. Wie eine Rockband ohne Bühne und Mikrofon. Unter Longo Schönenberger war der Klub mal in der Challenge League. Mit Kriens…damals im schönen, zentral gelegenen Utogrund. Ein Kleinstadion ähnlich dem Kleinfeld. Dort darf er jetzt nicht mehr spielen. Stattdessen auf dem besagten Juchhof. Das ist so schön gelegen wie der Schlund in Horw/Kriens.

Was eines zeigt: Ein Klub ohne eigenes Stadion – mit seinen eigenen vier Wänden – existiert nicht. Wer keine vier Wände hat, kann keine Freunde einladen. Und so entstehen keine echten Freundschaften fürs Leben. Echte Fans sind aber Freunde. Auch wenn dies altmodisch klingt.

Kriens hat so mit dem Kleinfeld immerhin Glück gehabt. So fest es auch knarrt, so morsch es ist: Es ist unser zu Hause. Und bevor wir es vergessen: Schaut mal zu Hause vorbei am Samstag. Wir bekommen schliesslich Besuch.

5 Antworten

  1. Samuelito

    Toll!

    Richtig erfrischende Texte zum Schmunzeln und immer mit einer Brise Ironie und natürlich Wahrheit dahinter.

    **COME ON KRIENS**

    6010 Forever

    1. Thomas Tobler

      Ciao Samuel,

      danke für deinen Kommentar! So soll es doch auch sein. Wir haben einen feinen Klub, können guten Fussball auf dem Kleinfeld schauen. Was wollen wir mehr? Aus dieser Position kann man doch etwas ruhiger und weniger hysterisch dem Fussball-Treiben in der Welt zuschauen. Und das gleicht ja manchmal auch einem Irrenhaus. Zudem habe ich das Spiel auf dem Juchhof tatsächlich erlebt. Es war der Horror…

      Also, in dem Sinne: Hoffentlich bis morgen auf dem Kleinfeld. Dem Wembley der Promotion League.

      Come on Kriens

      1. Mark

        Hallo Thomas, als langjähriger Kriens-Anhänger fühle ich mich sehr wohl im Kleinfeld. Da ich mich auch für andere Clubs interessiere und lange in der Region ZH wohnte, habe ich zahlreiche Spiele von YF Juventus im Juchhof besucht, vorher im Utogrund. Dass YF kein Stadion hat, liegt nicht am Club, deshalb finde ich Deinen Kommentar ziemlich überheblich. Es ist nicht einfach, sich mit einer rot-grün tickenden Politik und einer entsprechenden Bevölkerung herumzuschlagen, gerade was die Stadionfrage betrifft. Einfach mal beim FCZ oder GC nachfragen. Diese Sportanlagen gehören der Stadt, ebenso das Heerenschürli, wo YF gegenwärtig spielt. Wie auch die Allmend Brunau. Also hat die Stadt das Sagen. YF Juve ist übrigens nicht einfach ein PL-Verein, sondern hat mehrere Mannschaften (davon eine in der 2. int.) und ist auch im Nachwuchs sehr aktiv. Es sind dort sehr viele Idealisten am Werk. Es gibt keinen Grund, überheblich zu werden als SCK-Anhänger. Vergessen wir nicht, dass der Verein vor nicht allzu langer Zeit haarscharf am Totalabsturz vorbeigeschrammt ist.
        Bis bald, im Kleinfeld!

        1. SC Kriens

          Lieber Mark

          Natürlich kennen wir die Umstände. Und wir schieben auf keinen Fall YF Juventus irgendeine Schuld in die Schuhe. Juventus und YF – vor der Fusion – haben eine grosse Tradition. Mit grossem Erfolg auch. Darum mögen wir YF und freuen uns, wenn man sich heute im Kleinfeld trifft.

          Auf der Suche nach dem Stadion und damit nach einer Heimat ist uns jeder Spott fern. Dies ist in Zürich und auch an andern Orten ein grosses Problem. Viel brutaler finden wir, dass es Klubs wie uns ab der Grösse Promo-League so empfindlich trifft. Abseits der Arena-Stadien und dem Hochglanz gerät schnell in Vergessenheit, was gerade diese Klubs sind: Nämlich seit Jahren eine Heimat treuer Fans, die dem Klub mit grossem Herzblut frönen. Und diesen so auch mittragen. So schwierig die Umstände auch werden.

          Heute dürfte es auf dem Kleinfeld ideal für einen schönen Fussball-Abend sein. Wir freuen uns auf Deinen Besuch. Bei uns sind alle immer herzlich willkommen. Die ganze Saison!

  2. THOMAS BURCKHARDT

    Ergänzung/Korrektur: YF Juventus war in der Challenge League 2004 – 2007. Trainer waren: 2004/2005: Peter Schädler; 2005/2006: Raimondo Ponte; 2006/2007: Raimondo Ponte (bis März 2007; März – Juni 2007: Urs Schönenberger). Bitte amix zuerst verifizieren, dann schreiben (einfache Recherche dank Internet). Uebrigens gibt es in der Stadt Zürich 50 Fussballclubs; obwohl über die vergangenen Jahre die Fussball-Infrastruktur für den Breitensport massiv ausgebaut wurde – kann da jeder sein „eigenes“ Stadion haben ? Aber Sie haben insofern recht: YF Juventus hat ca. 15 Teams, ist in der SFV-Hierarchie nach GC & FCZ die Nummer 3 der Stadt, spielt doch weitgehend in der Anonymität. Als es 2012 um den Aufstieg in die PL ging und 2013 um den Aufstieg in die ChL waren bei 2 Heimspielen im Juchhof gegen Schaffhausen 500 bis 700 Zuschauer da; aber sonst leider oft gähnende Leere. Danke an Herrn Piero Bauert, seiner Gattin, dem Coaching Staff und Helfern für das Engagement für YF Juventus.