SC Kriens – FC United Zürich

Von Oliver Kraaz Am letzten Samstag in Zürich gegen YF Juventus hatte ich ein richtig gutes Gefühl. Okay, nach dem Spiel lag ich mit Grippe gleich einige Tage im Bett und bin gerade wieder fit geworden. Pünktlich zum Heimspiel gegen Zürich United.

Eben, bis zur Grippe, ein tipptopper Anlass. Warum?

Für die im Trockenen gebliebenen: Da fährt man auf eine Fussballanlage in Zürich (für die YF Juventus nix dafür kann), ins Niemandsland zwischen Autobahnrampen und Güterbahnhof, und eigentlich ist es so trostlos, dass man denkt: Das müsste man eigentlich mal der FIFA und ihren Komödianten gönnen. 24 Stunden. Nur in dünnen Lederschuhen. Und der UEFA auch. Eigentlich all jenen im Nadelstreifen, die immer von Fussball schwafeln («Föötbool», wie der lustige Sepp Blatter immer quaselte, wenn er englisch sprach, das nur er verstand).

Denn: So Fussball zu erleben, am Ende der Welt, mit Windböen von vorne und hinten, Regengüssen und der engen WC-Kabine als einzigen richtig warmen Ort – so Fussball zu erleben, das hält man eigentlich gar nicht aus.

Ausser eben, wenn auch dort wieder ein Pulk von grünweissen Weggenossen steht. Kollegen und Freunde, die dem alles trotzen, um unsere Mannschaft spielen zu sehen.

Stimmt, das Spiel war kein Fest. Unsere Mannschaft stellt sich im Moment auch fast selber auf. Das sah man auch auf dem Feld. Es war ein Knorz. Aber hallo: tanzen wir bei jedem Europa League- und Championsleague-Spiel auf dem Tisch vor Begeisterung? Eben.

Umso schöner die Aussicht auf das Heimspiel von heute. Verrückte Sache: Einmal unser Exil besucht und wir fühlen uns bei «Tante Gersag» schon wie zu Hause. Das Wetter sieht gut aus, der Gastrobetrieb öffnet wieder seine Tore – und wir spielen auf Sieg.

Wir sehen auf – ab auf den Gersag!