SC Kriens – FC Tuggen

Von Oliver Kraaz In meinem Zimmer hängt ein Bild von Kudi Müller. Kudi Müller spielte beim FCL, bei YB, Servette – und im sogenannten Herbst seiner Karriere in Kriens als Spielertrainer in der 1. Liga. Das war in den 80er-Jahren.

Kudi Müller ist einer meiner Helden. Zum einen, weil er als Schweizer in der Bundesliga bei Hertha spielte, als die Bundesliga für einen Schweizer Fussballer etwa so fern war wie Mallorca für einen Pinguin. Das war 1972. Doch Müller hatte nicht nur Erfolg, sondern er sah – sorry – auch richtig geil aus. Wie ein Rock’n’Roller: Lange Haare, und Kotletten wie Autobahnen. Das gerahmte Bild, das ich von ihm habe, zeigt ihn, wie er gerade einen Gegenspieler versetzt.

Darüber die Unterschrift: «Für Oli. Von Kudi.» Das Bild mit der Widmung hatte mir ein Freund zum 40. Geburtstag geschenkt. Grossartig.

Kudi ist aber aus einem andern Grund ein Held für mich. Als er aus der NLA in die 1. Liga zu Kriens stiess, stellte er Wochenende für Wochenende die beschauliche 1. Liga auf den Kopf. Er hatte die Aura des Grossartigen. Sein Radius auf dem Feld wurde jede Woche kleiner, aber seine Pässe sassen wie Klettverschlüsse.

Mit seiner markanten Stimme diktierte er noch im Fallen dem Schiedsrichter, ob es gelb, Penalty, rot oder gleich alles zusammen zu geben habe. Die Schiedsrichter – jung und voller Respekt – pfiffen oft wie kleine Schulbuben.

Kriens konnte in Sursee, Reiden, Emmenbrücke, Emmen, Altdorf, Olten spielen, das Publikum drehte jeweils vor Wut fast durch, weil Kudi die Spiele fast alleine bestritt und gewann. Mit allen Mätzchen, auch unschöneren. Ich erinnere mich an ein Spiel, als er einen Gegner in der Mauer wie Tontauben abschoss und dann die Lücke nutzte und skorte. Der Gegner tobte. Kriens jubelte.

Diese Zeit ist mir so geblieben, weil die 1. Liga dank Kudi Müller zu einem Happening wurde. Grosser Fussball auch auf dem Kleinfeld.

Mir ist diese Woche Kudi Müller in den Sinn gekommen, weil der Promotion League, die heutige 1. Liga, Farbtupfer gut tun. Der SC Kriens ist als ganzer Verein ein solcher. Er hat mit seiner Vereinskultur und seiner aktiven Fanszene mehr Profil gewonnen, als andere Klubs in der Challenge League haben. Das ist nicht selbstverständlich und kann schnell verloren gehen. Den Profil ist nicht alleine Frage des Erfolges. Sondern der Ehrlichkeit. Diese gilt es beizubehalten.

In dem Sinne: Willkommen am Samstag auf dem Kleinfeld. SC Kriens gegen Tuggen. 17:30 Uhr. Wir sehen uns.

3 Antworten

  1. WES

    Hallo Oli bzw. Sc Kriens…
    Habe schon einiges an Matchberichten und „Vorschauen“ gelesen. Einfach Top ich ziehe den Hut vor soviel Witz und Unterhaltung. Danke und weiter so…..

    1. SC Kriens

      Guten Tag WES

      Vielen herzlichen Dank fürs Kompliment. Das macht Freude. Ein schönes Wochenende und vielleicht bis bald mal im Kleinfeld.

      Lieber Gruss
      Oli