SC Kriens – FC Stade Nyonnais

Von Oliver Kraaz Die Mai-Wochen sind meine Lieblingszeit im Fussball. Wer Meister wird, ist mir überall eigentlich Hans-was-Heiri. Aber die Abstiegsangst, der Horror abzusteigen, wunderbar.

In Deutschland ist dies die Zeit, wenn Mannschaften sinnlos übers Wochenende ins Trainingslager fahren, der Geschäftsführer mit Bluthochdruck beim Training an der Seitenlinie steht und die Fans vor den Mannschaftscar sitzen und fordern, dass irgendwer rausgeschmissen wird. Das Gemeinste sind dann in der ARD die Konferenzschaltungen. Kameras, die Fans einfangen, die gerade auf dem iPhone entdecken, dass ihre Mannschaft nach neuesten Ausrechnungen abgestiegen ist, während sich der Kollege aus Nervosität gerade die vierte Wurst ohne Kauen runterwürgt.

Bei den Geretteten folgen Erleichterungstänze, als ob gerade der 3. Weltkrieg abgewendet wurde. Die Abgestiegenen lassen sich das letzte Mal von den Fans beschimpfen, bevor die Spieler ewige Treue schwören und eine Woche später das Weite suchen. Manager kündigen den sofortigen Wiederaufstieg an, um dann wie Kaiserslautern 100 Jahre in der 2. Bundesliga zu versauern.

In der Schweiz ist man da gnädig. So wie man im Nationalpark nicht Tiere jagen darf, unterliegen auch die Super League-Teams dem Artenschutz. Absteigen ist fast nicht möglich. Gut, der Letzte schon, aber irgendwie muss das ja noch drin liegen. Dabei würde die Dramatik einer Abstiegsrunde – vier Teams aus der Super League, vier Teams aus der Challenge League – der langweiligen Meisterschaft gut tun. Der Meister steht ja eh bei Anpfiff schon fest.

…Sie haben es gemerkt, ich habe bis hier hin gar nichts über des Spiel gegen Stade Nyonnais (18:00 Uhr, Gersag) geschrieben. Das hat seinen Grund: Ich halte diese Rechnerei um den Aufstieg langsam auch nicht mehr aus. Ein dummer Ausrutscher und …. ja mein Gott. Am besten einfach fünf Würste essen und vor den Car hocken. Kommt schon gut. Irgendwie…