SC Kriens – BSC Old Boys

Von Oliver Kraaz Meine Grossmutter selig liebte Skirennen am Fernseher über alles. Sie schaltete alle Rennen ein, kannte alle Fahrer, war über die Rangliste auf den Punkt informiert – aber sah wohl kaum je einen Schweizer fahren. Denn kaum war einer im Starthäuschen, sprang sie vom Sofa auf und ging in die Waschküche, den Keller, an den Briefkasten oder wo auch immer und kehrte erst nach dessen Zielankunft wieder vor den Fernseher zurück. Sie hielt das Mitzittern einfach nicht aus. Erst abends schaute sie dann entspannt in der Tagesschau die Siegesfahrt.

Mit unseren Jungs ist es aktuell das Gleiche. Die Spiele brauchen nerven, viele Punkte wurden in extremis erzielt. Die Verletzungshexe scheint in uns verknallt zu sein. Und dann muss man ja auch noch auf den Gegner Rapperswil schielen (nebenbei: wann hat uns all die Jahre interessiert was Rappi macht?).

So zählt man die Spiele mit Strichen an der Wand ab wie ein Strafgefangener die Jahre in der Zelle. Grauenhaft. Am liebsten möchte man sich einfach ein Kissen für 4 Wochen über den Kopf halten und irgendwann hören: „Hey, wir sind aufgestiegen!“ – und dann auf sckriens.ch alles nochmals in Ruhe anschauen…okay, nein, die 90. Minute vor dem Aufstieg, die möchte man schon nicht verpassen.

Ja, es braucht Nerven diese Rückrunde. Klar, macht ja auch mehr Spass als irgendwo im Niemandsland rumzugurken. Mit totaler Gleichgültigkeit, ob man 5:0 gewinnt oder 3:17 verliert. Am Samstag gegen Old Boys (18:00 Uhr, bei Tante Gersag), steht wieder einiges auf dem Spiel. Wo werden wir nach 90. Minuten stehen? Näher dem Himmel oder näher dem Wahnsinn? Wir werden sehen.

Meine Grossmutter wäre auf jeden Fall bereits wieder im Keller. Bis 19:45 Uhr. Wir sehen uns.

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