SC Cham – SC Kriens

Aufstieg in die Challenge League oder die Sache mit dem Kindergeburtstag

So, der SC Cham will also auch nicht. Oder besser gesagt: Will auch nicht können. Irgendwie dürfte er ja. Der SC Kriens wollte grundsätzlich, kann aber noch nicht dürfen. Abwarten. Und so sucht der Fussballverband weiter nach einem Klub, der auch wirklich in die Challenge League passt.

So erinnert die ganze Ermittlung des Aufsteigers an eine Geburtstagsparty eines verwöhnten Kindes: Sag mir zuerst was du mir als Geschenk bringst, dann sage ich Dir, ob ich dich auch einlade. Gugelhopf und eine Zeichnung? Zu wenig! Es muss schon der Playmobil-Zirkus mit 10‘000 Tieren, 400 Artisten und dem Löwenanhänger sein! Eine Puzzle? Nein! Wenn schon, dann ein Kinder-Tablet Wissensspielen und LED-Blinker bei richtigen Antworten.

… was passiert? Am Schluss sitzen die Eltern mit dem verwöhnten Kind alleine am Tisch, zusammen mit dem reichen neuen Kind aus der Nachbarschaft, das eh keine Freunde hat, aber Anschluss sucht.

Im Falle der Challenge-League-Lizenz dürfte das reiche Kind wohl am Schluss Servette sein. Hat mit geschätzten 4,5 Millionen-Budget zwar auch nicht gerade für Party-Stimmung in der Promo-League gesorgt. Hat aber ein Stadion. Wohl auch mit dem vom Verband geforderten Jacuzzi-Bad und den geheizten WC-Brillen. Vom Fussball spricht ja keiner mehr, es geht nur noch ums Stadion. Für die Challenge League notabene, nicht für die Klub-WM.

Nur: In der Schweiz braucht es für einen öffentlichen Neubau im Schnitt 10 Jahre. Ein gutes Fussballspiel 90 Minuten. Lasst uns doch um Gottes Willen einfach Fussball spielen. Die besten sollen gewinnen und den Erfolg ernten, basta. Ist das so schwierig?

Ah ja, stimmt: Am Samstag ist Derby. Gegen Cham, 16:00 Uhr auf dem Eizmoos. Fast vergessen vor lauter Paragrafen.

Come on Kriens