SC Brühl – SC Kriens

«Nüchtern hält man es fast nicht mehr aus»

Von Oliver Kraaz Das letzte Mal so richtig gut betrunken war ich nach der Stadion-Dernière gegen Köniz. Irgendwann merkte ich morgens um 2:00 Uhr, dass ich daheim war, konnte mich aber nicht mehr im Detail erinnern, wo ich aus dem Taxi gestiegen war und ob ich dem Taxifahrer wirklich 50 Franken Trinkgeld gegeben hatte oder nicht (hatte ich nicht, das wurde dann am Montag danach klar). Lange Rede kurzer Sinn: Ich werde nicht jünger, nur die Beschwerden dauern länger. Als ich dann im Dezember bei der Schwiegermutter nach einem Stück Baileys-Torte (0,0000234 % Alkohol) wieder Beschwerden hatte, zog ich den Riegel: Trockenlegen. 0,0 Prozent.

Geht bis heute alles wunderbar. Ich kann im Ausgang mehr Schwarztee trinken als jeder Türke und unterdessen kenne ich mehr alkoholfreie Getränke als der Dalai Lama.

…nur: der Dalai Lama muss auch nicht diese Rückrunde des SC Kriens aushalten. Zuerst führt man mit gefühlten 120 Punkten Vorsprung, dämmert so dem Ende der Rückrunde entgegen, schaltet emotional auf Gelassenheit und dann hüpfen plötzlich die Kicker aus der Zirkus-Stadt an uns vorbei. Mein Gott, das zerrt. Schon am letzten Samstag im Stadion wusste ich nicht mehr wohin mit der Anspannung. Meine Hand formte sich automatisch zur Becherform. Mit Rauchen wollte ich doch nicht mehr anfangen, mit 47. Ich litt einfach. Wie früher Hitzfeld, einfach ohne beigen Trenchcoat.

Zuerst wollte ich sogar nach Brühl fahren (Anpfiff 19:30 Uhr, Paul Grüninger-Stadion). Etwas muss man ja machen. Aber ich glaube, es wäre nicht gesund für mich. Ich werde nun einfach in die Badewanne hocken, Lavendel (gut für Entspannung) und angstvoll aufs iPhone blicken…und wenn wir dann gewinnen, esse ich vielleicht sogar ein Stück Baileys-Torte. Zur Feier des Tages. Leute ich sage Euch: Es kommen Finalspiele.

PS: Gegen Breitenrain werde ich mit sechs Flaschen Ingwer-Bier kommen. Wenn die mich dann so reinlassen.