SC Brühl – SC Kriens

Von Oliver Kraaz Was die in Wohlen wohl in den letzten Tagen gemacht machen? Fuhren die mit dem offenen Mannschaftsbus und einem Militär-Feldstecher übers Land und suchten ein Stadion, das sie vielleicht in der Vergangenheit übersehen hatten? 24 Stunden hatten die Verantwortlichen ja Zeit, ein Neues zu nennen, weil das aktuelle auf die neue Saison hin nicht mehr genügt.

Gut, kann ja passieren, dass man jeden Tag zur Arbeit fährt. Helene Fischers «Atemlos durch die Nacht» laut aufgedreht, Becher mit Filterkaffee in der Hand, dafür nie Augen für die Landschaft draussen. Blind vor Routine. Und dann fährt man plötzlich etwas ruhiger, aufmerksamer die gleiche Strecke und hoppla: Plötzlich steht da ein leeres Stadion. Mit Fansektoren. Böller-Flutlicht wie bei der NASA und vor allem: Eines mit Schalensitzen.

Ja, die modernen Stadien. Unterdessen sind sie das Mass der Dinge. Rasenheizung. Schiebedach. Selbstreinigende WC-Brillen. Rolltreppe für Geschäftskunden. Robbi-Dog-Kästen im Gästesektor. Rollatoren-Parkplatz bei den Wurstständen. Komposthaufen hinter dem Restaurant. Fusspilz-Duschen im Spielereingang. Dabei ist es gar nicht so lange her, da waren Stadien ein Fussballfeld mit Drahtzaun und einer grossen Sauordnung. Und im Ecken ein Auto des Hauptsponsors. Ein Ausflug auf Youtube lohnt sich. Selbst Stadien der Europacup-Finals sahen aus wie bulgarische Kamelrennbahnen.

Wohlen wäre mit seinem kleinen Stadion in den 80ern wohl noch für Schweizer Länderspiele in Frage gekommen. So ändern sich die Zeiten. Das nützt Wohlen nicht viel. Aber vielleicht haben sie ja unterdessen ein Stadion gefunden.

…wie auch immer. In Brühl steht eins – das schicke Paul Grüninger-Stadion unserer Freunde den «Kronen». Um 14.30 Uhr am Sonntag gehts dort los. Ob auswärts oder daheim. Den grünweissen Schal anziehen und Baldrian trinken. Noch fünf Runden.

COME ON KRIENS