Oli Meier gibt Amt als SCK-Finanzchef ab

Nach drei Jahren als Finanzchef des SC Kriens gibt Oli Meier (37) seine Funktion per Ende September 2016 ab und tritt aus der Geschäftsleitung des Verein aus. Oli hatte entscheidenden Anteil daran, dass der SC Kriens seit drei Jahren schwarze Zahlen schreibt und die Vereinsschulden grösstenteils abgebaut sind.

Zu beneiden war Oli Meier nicht, als er 2013 das Amt des Finanzchefs beim SC Kriens antrat. Der Verein war bekanntlich tief in die roten Zahlen gerutscht und nur mit drastischen Sparmassnahmen wieder auf Kurs zu bringen. Mittlerweile hat sich der SCK erholt und steht finanziell wieder auf gesunden Beinen. Dank unzähligen Stunden Freiwilligenarbeit, viel Finanzwissen und einem feinen Gespür für das Innenleben den SC Kriens, hat es Oli einerseits geschafft, die geplanten Sparmassnahmen effektvoll umzusetzen und andererseits gleichwohl die nötigen Mittel für den sportlichen Erfolg zur Verfügung zu stellen.

Nach drei Jahren im Amt möchte sich Oli nun wieder vermehrt seiner beruflichen Karriere widmen. Er wird dem SC Kriens allerdings in einer noch zu definierenden Funktion erhalten bleiben. «Oli hat Enormes bei der Sanierung des SCK geleistet. Wir werden ihn als guten Kollegen und stetigen Mahner in der Geschäftsleitung sehr vermissen und sind dankbar, dass er uns auch in Zukunft unterstützen wird», sagt SCK-Präsident Werner Baumgartner.

Der neue Finanzchef des SC Kriens wird an der ordentlichen Generalversammlung vom 29. September 2016 bekanntgegeben.


Interview mit Oli Meier

erschienen im SCK-Magazin Dezember 2014

Oliver Meier, wie gern sprichst du über Geld?

So gern wie jeder Schweizer.

Also gar nicht.
Ich rede als Banker berufsbedingt zwar viel über Geld, aber was den SCK betrifft, bin ich lieber zurückhaltend mit Informationen über die Finanzen. Eine gute Voraussetzung für dieses Interview, ich weiss (lacht).

Wie lange braucht der SC Kriens noch um schuldenfrei zu werden?

Als wir den SC Kriens mit einer neuen Gruppe von Leuten übernommen haben, wurde ein Finanz-Fahrplan für die nächsten drei Jahre erstellt. So lange werden wir brauchen, um alle Gelder zurückzuzahlen. Jetzt stehen wir in der Mitte des zweiten Jahres. Wir haben also erst Halbzeit.

Was hat sich beim SCK in dieser Zeit, im Vergleich zum Vorjahr, verändert?

Enorm viel. Bei der Wahl in den Vorstand wurde uns ja nicht gratuliert, sondern eher kondoliert. Grundsätzlich denke ich, dass der Verein jetzt wieder auf Kurs ist. Aber dennoch weit davon entfernt optimal zu funktionieren. Mittlerweile hört man auch wieder kritische Töne. Oft wegen Kleinigkeiten. Das ist zwar nervig, aber es ist grundsätzlich ein gutes Zeichen. Ein Zeichen, dass wieder Normalität einkehrt im Kleinfeld.

Was fehlt noch um optimal zu funktionieren?
Die Organisation und das Zusammenwirken der verschiedenen Abteilungen im Verein muss noch besser werden. Man darf aber auch nicht vergessen, dass praktisch alle Mitglieder der GL ihr Engagement in der Freizeit ausüben und vollkommen ehrenamtlich. Daher kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht alles perfekt organisiert sein. Mit der Schaffung des Geschäftsführerpostens haben wir bezüglich professionellen Strukturen einen wichtigen Schritt gemacht. Nun müssen wir aber auch die Vakanzen im Vorstand besetzen, zum Beispiel den Posten des Vize-Präsidenten.

Was ist für den SCK wichtiger, Schulden abzubauen oder neue Einnahmen zu generieren?

Es gibt zwei Sichtweisen. Die Sicht des Finanzchefs, der weiter sparen will und sicher kein Geld ausgibt, das nicht vorhanden ist. Zum Beispiel muss unsere erste Mannschaft und sogar der Staff das Trainingslager selber bezahlen. Und dann gibt es die andere Sicht, die sportliche Sicht. Die läuft eher dahin hinaus, dass man sagt, wir investieren um dann später daraus einen Mehrertrag zu generieren.

Lassen sich diese Sichtweisen vereinbaren?

Nein, eigentlich nicht. Wir müssen beim SCK einfach vernünftig bleiben, die Kirche im Dorf lassen und versuchen aus dem Minimum das Maximum herauszuholen. Den Mut haben anders zu sein. Für mich als Finanzverantwortlicher steht das Sparen immer im Vordergrund. Es wird ausgegeben, was vorhanden ist und nicht was irgendwann mal vorhanden sein könnte. Wenn die Sanierung in knapp zwei Jahren abgeschlossen ist, können wir wieder ans Investieren denken.

Kämpft man als Finanzchef manchmal gegen Windmühlen?
Das steht glaube ich so im Duden, dass jeder Finanzchef eines Fussballvereins manchmal gegen Windmühlen kämpft. Sportlicher Erfolg hängt immer auch mit finanziellen Mitteln zusammen und dass über deren Verwendung verschiedene Meinung existieren, ist normal. Ich denke aber, dass bei uns im Vorstand das Bewusstsein für die finanzielle Situation durchaus vorhanden ist und wir diesbezüglich alle am gleichen Strick ziehen.