SC Kriens – FC Breitenrain

Sind Rugby-Spieler die besseren Fussballer?
Samstag spielt der SC Kriens gegen den FC Breitenrain Bern. In England findet die Rugby-WM statt. Hat dieses einen Zusammenhang? Auf den ersten Blick nicht – und doch:

Wer die Rugby-WM als Fussball-Fan mitverfolgt, wenn auch nur teilweise und aus Neugier, der staunt: Es ist eine WM. Vier Milliarden (!) Zuschauer auf der ganzen Welt schauen zu – und es herrschen Gepflogenheiten und Sitten, die wir immer mehr auf Fussball-Plätzen vermissen. Und dies obwohl Fussball und Rugby aus einer einzigen Sportart entstanden sind. Also Geschwister sind.

Ein krasses Beispiel: Als Südafrika sensationell gegen die Underdogs aus Japan verlor, feierten die südafrikanischen Fans die japanischen Fans minutenlang mit Gesängen. Aus Respekt zur Leistung. Wo gibt’s das?

Was auch auffällt: Wenn der Schiedsrichter spricht, ist Ruhe. Kein Gemurre. Kein Genöle wie in einer Schule für Schwerereziehbare. Handschlag und weiter geht’s. Sportsmanship, sagen die Engländer.

Und dann vor allem der Einsatz: Top-Athleten, Kampf um jeden Punkt bis zur letzten Minute.  Dass Rugby weh tun muss, sieht man nach einer Minute. Der Unterschied zu den doch manchmal sehr sensiblen Top-Millionären aus der Champions-League? Schmerzen hat man erst in der Garderobe. Auf die Zähne beissen. Oder wie es ein Fan auf eine Tafel schrieb: «Fussball heisst, 90 Minuten so tun als sei man verletzt. Rugby heisst, 80 Minuten so tun, als sei man nicht verletzt.»

…und was heisst dies jetzt für das Spiel von Kriens gehen Breitenrain? Sich ein Vorbild nehmen. An den Fans. Und an den Mannschaften. Fussball soll ihn Kriens auf seine Weise altmodisch bleiben. Altmodisch, wenn es heisst: Leidenschaftlich, ehrlich und sportlich. Ohne falsche Faxen.

Freuen wir uns auf das Spiel. Und auf den FC Breitenrain.