FC Tuggen – SC Kriens

Mit Magenbeschwerden ins entspannte Tuggen
​Als der SC Kriens das letzte mal in Tuggen gastierte, im April 2014, erinnerte das Spiel an einen Töggelimacht. Eine Torszene bei jedem Angriff. Aber, beim Töggle auf höchstem Niveau, das hat mir mal ein Töggeli-Europameister erzählt, muss jeder Ballbesitz am Ende zum Tor führen, sonst wars das mit den Siegeschancen.

So gesehen hätte der SCK das Spiel damals nie verlieren dürfen. Denn Tuggen versiebte in den Anfangsminuten Grosschancen im Minutentakt. Das Heimteam traf alles. Die Latte, den Pfosten, die Kuh auf der Nachbarweide, den Mitspieler. Nur nicht ins Netz. Und wer nachzählte, der stellte mit Schrecken fest, dass beim SC Kriens tatsächlich elf Feldspieler auf dem Platz standen.

Am Ende gewann Tuggen dann doch. Zweinull. Irgendwie. Egal eigentlich. Das war damals. In einer Zeit in der dem SC Kriens nicht mal das Glück etwas nützte. Trotzdem, von der Vergangenheit belastet sind wir alle. Und morgen gehts deshalb für mich mit dem Gefühl einer leichten Magenverstimmung nach Tuggen.

Wobei sich der Fussball im Ort zwischen dem oberen Ende des Zürichsees (oder Zürchersees?) und der A3 sehr volksnah und unkompliziert präsentiert. Die Spieler verschwinden nach getaner Arbeit nicht einfach in die Katakomben und kommen mit Kopfhörern bestückt wieder raus, sondern stöckeln zuerst über einen Kiesweg, an den Bier- und Wurstständen, dem Festzelt und dem Restaurant vorbei zum Umziehen in die Zivilschutzanlage. Auf dem Weg dahin kann man dann als Fan entweder Spalier stehen und Beifall klatschen oder ungefiltert Schimpftiraden vom Stapel lassen. Je nach Resultat halt.

Diese Unaufgeregtheit tut gut. Gerade nach der fussballbedingten Hektik der letzten Tage. Ein Deutscher soll den traditionellsten Fussballverein der Welt retten, seine Landsmänner kauften sich eine WM, derweil sich Zypern fast für die EM-Endrunde qualifizierte und Island dort als Geheimtipp auf den Titel gehandelt wird. Krazy.

Gut gibt es entspannte Fussballorte wie Tuggen. Wobei, eine Gemeinsamkeit mit der grossen verrückten Fussballwelt hat auch der FC Tuggen. Wie in Liverpool wurde das Stadion der Einfachheit halber nach der daran vorbeiführenden Strasse benannt. Die heisst in Tuggen nicht Anfield Road, aber immerhin Linthstrasse. Und dort treffen wir uns morgen Samstag in grünweiss. Mit oder ohne Magenbeschwerden.