Im Auftrag der SCK-Junioren

Toni Schwab koordiniert in seiner Freizeit die Freizeit von über 500 Kindern und Jugendlichen. Der SCK-Juniorentrainer startete im vergangenen Sommer in seine dritte Saison als Verantwortlicher Breitenfussball. Ein Gespräch über Baustellentrainings, Geld im Freizeitfussball und Junioreneltern.

Toni Schwab, wie viel komplizierter macht die Baustelle im Kleinfeld das Leben des SCKJuniorenverantwortlichen?
Ach, der Mensch ist ein Gewohnheitstier, man gewöhnt sich an alles. Wir wussten was mit dem Stadionneubau auf uns zukommt. Dass es enger wird und weniger komfortabel. Jetzt heisst es durchbeissen und flexibel sein. Wirklich schwierig mit den Trainingsverhältnissen wird es erst im kommenden Frühling.

Wieso das?
Weil dann der Kunstrasen gebaut wird und wir dadurch die beiden kleinen Felder auf dem Platz 1 auch noch verlieren. Dazu wird die Gemeinde den Platz 2 sperren, sobald er ein bisschen nass ist. Also bleibt für uns alle noch der Platz 3 und der Hartplatz. Dagegen herrschen jetzt fast paradiesische Verhältnisse (lacht). Aber auch dieses halbe Jahr werden wir durchstehen, wobei es braucht sicher noch mehr Flexibilität der Trainer.

Ist es nicht in erster Linie einfach eine Frage der Organisation?
Nein, es ist vor allem eine Frage der vorhandenen Infrastruktur im Kleinfeld. Momentan sind zum Beispiel alle Kader bei den D-Junioren so voll, wir könnten auf Grund des Interesses dort noch eine siebte Juniorenmannschaft gründen. Aber das wäre dann mit den Trainingsmöglichkeiten und der vorhandenen Infrastruktur nicht zu organisieren. Zur Entlastung der Kader in dieser Kategorie haben wir nun allerdings einige talentierte D-Junioren zu den C-Junioren weitergegeben.

Ein paar hundert Franken zu zahlen ist sicher nicht förderlich für den Fussball

Weshalb hat der SCK im Sommer die Spielgemeinschaft mit dem LSC bei den A-Junioren aufgelöst?
Weil wir in diesem Sommer viele eigene B-Junioren hatten, die altersbedingt zu den A-Junioren wechselten. Das sind alles Junioren aus Kriens und sie wollten bei uns im Kleinfeld bleiben. Damit sie im Verein bleiben, gut ausgebildet werden und später in unseren Aktivmannschaften eine wichtige Rolle spielen können anstatt, dass sie irgendwo in die Region abwandern.

In unteren Ligen wird Spielern mittlerweile verhältnismässig viel Geld bezahlt. Muss der SCK mithalten, um zum Beispiel eine erfolgreiche zweite Mannschaft stellen zu können?
Dagegen wehre ich mich. Viel wichtiger als Geld ist meiner Meinung nach, dass wir unseren Junioren gute Perspektiven und Anschlussmöglichkeiten in Aktivteams bieten können. Deshalb finde ich zum Beispiel die Damenmannschaft eine geniale Sache. Auch wenn es im Moment «nur» die vierte Liga ist, aber dort können alle Mädchen die aus dem Juniorenalter kommen, weiter beim SCK Fussball spielen und zusammen etwas erreichen.

Ersetzt die sportliche Perspektive die finanziellen Anreize bei einem 18-jährigen?
Spielern in der 3. oder 2. Liga ein paar hundert Franken zu zahlen ist nicht nachhaltig und sicher nicht förderlich für den Fussball. Aber klar, vielleicht verlassen uns einige Junioren, weil sie irgendwo Geld bekommen.

Wer im Breitenfussball dem Geld nachrennt, ist bei uns fehl am Platz

Was muss passieren, damit diese SCK-Junioren im Kleinfeld bleiben?
Wenn unsere Aktivmannschaften eher um den Aufstieg mitspielen, als gegen den Abstieg kämpfen, dann bleibt die Mehrzahl der Junioren im Kleinfeld, davon bin ich überzeugt. Viele spielen seit Jahren zusammen, sind zu guten Kollegen geworden und wollen zusammen etwas erreichen. Unabhängig davon, ob wir ihnen eine Punkteprämie bezahlen oder nicht.

Anderes Thema. Wie schwierig ist es für den SCK genügend Juniorentrainer zu finden?
Unser Ziel im Breitenfussball ist es, dass jedes Team einen Trainer und einen Assistenten hat. Dieses Ziel haben wir erreicht. Aber wir sind das ganze Jahr daran, mit möglichen Trainern zu sprechen und Überzeugungsarbeit zu leisten, damit sie sich bei uns für den Junioren- und Breitenfussball engagieren.

Ist Geld für manche Trainer ein Motivationsgrund?
Beim SCK in der Breite wohl kaum. Unsere Trainer arbeiten ja praktisch ehrenamtlich. Sie bekommen Spesen für ihren Aufwand. Nicht mehr als 500 Franken im Jahr. Aber klar, mir haben auch schon Juniorentrainer abgesagt, weil ihnen zu wenig Geld geboten wurde. Aber wer im Breitenfussball dem Geld nachrennt, ist bei uns sowieso fehl am Platz.

Am meisten leiden immer die Kinder unter diesem Verhalten

Will oder kann der SCK keine «Löhne» zahlen im Breitenfussball?
Beides. Und je mehr Geld zur Verfügung steht, desto grösser ist die Gefahr, dass man die falschen Leute anzieht. Was man dennoch nicht vergessen darf, Fussball ist heute die günstigste Freizeitbeschäftigung für Kinder und Jugendliche. Wenn man es umrechnet, kostet eine Stunde Betreuung im Training oder an den Spielen den Junioren keine fünf Franken. Jede andere Sportart ist teurer.

Der Innerschweizer Fussballverband hat im vergangen Jahr ein Projekt lanciert, das Eltern vom Spielfeldrand weghalten soll, während ihre Sprösslinge kicken. Ist das wirklich nötig?
Ja, es ist ein aktuelles Thema, auch bei uns. Und aus meiner Sicht wäre allen gedient, wenn die Eltern tatsächlich 20 Meter weg von Spielfeld stehen müssten.

Weshalb?
Weil der elterliche Ehrgeiz die Kinder verunsichert und die Arbeit des Trainers erschwert. Am meisten leiden immer die Kinder unter diesem Verhalten. Die merken auch, dass das nicht normal ist.

Wohl und Entwicklung unserer Junioren in den Vordergrund stellen

Und die Eltern merken das nicht?
Nicht immer, nein. Der Ehrgeiz der Eltern ist in diesen Fällen immer, wirklich immer, grösser als der ihres Kindes. Wir haben Eltern, die streiten sich bei einem 13:2 Sieg darüber, wer das elfte Tor geschossen hat – während sich die Kinder zusammen über den Sieg freuen.

Was unternimmt der SCK dagegen?
Wir unterstützen die Projekte der IFVs, reden direkt mit den Eltern, informieren an Elternabenden. Aber es ist für unsere Trainer oft schwierig die Vorgaben umzusetzen.

Aus welchen Gründen?
Gewisse Eltern lassen sich nichts sagen und stellen sich demonstrativ direkt an den Spielfeldrand. Da fehlt oft auch der Respekt vor der Vereinsarbeit oder vor dem Trainer. Dann wird es schwierig sich durchzusetzen. Aber wir arbeiten daran. Wichtig ist, dass wir das Wohl und die Entwicklung unserer Junioren in den Vordergrund stellen.

Zahlen zur SCK-Juniorenabteilung

620
Spielerinnen und Spieler sind in dieser Saison beim SC Kriens lizenziert. Das ist die höchste Anzahl der Vereinsgeschichte.

76 Prozent
aller Fussballerinnen und Fussballer beim SC Kriens sind Junioren.

23
Juniorenmannschaften gibt es beim SC Kriens. Dazu kommen die neu gegründeten Kleinfeld-Kids – unsere Junioren im F- und G-Alter. 18 Juniorenmannschaften gehören zum Breitensport.

92 Prozent
aller Junioren im Breitenfussball wohnen in der Gemeinde Kriens.

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