FC United Zürich – SC Kriens

Von Oliver Kraaz Auswärts gegen den Schweizer Meister von 2018Als der Klub zu FC United Zürich umgetauft wurde, gab man als Zielsetzung den Schweizer Meister-Titel 2018 bekannt. Andere kommen dafür ins Irrenhaus. In Zürich aber, in der Stadt ohne Fussballstadion, hat sich ein skurriler Verein entwickelt, der nur noch eine Liga hinter dem FC Zürich lauert.

Gegründet wurde der Verein 1998 von Türken. Daher hiess der Klub «Fenerbahce Zürich» (jajaja!). 2008 kam dann der Namenswechsel, dem ein Wechsel in der Klubleitung voranging.

Das bizarre am Namen: In Zürich gab es immer wieder die müde Bemühung, mit dem Namen «Zürich United» einen Fusions-Klub zwischen dem FCZ und GC auf die Beine zu stellen. Das Vorhaben hatte etwa gleich viel Erfolg wie ein Fusions-Versuch der Brauerei Eichhof mit den Anonymen Alkoholikern. Das «United» im Namen steht heute für «vereint», bezogen auf die verschiedenen Nationalitäten im Team. Auch wenn im aktuellen Kader türkische Spieler zu suchen sind.

«United» ist der SC Kriens seit Jahren. Ohne englischen Namen. In der 1. Mannschaft spielen mehrere Nationalitäten zusammen. Der ganze Verein ist so bunt an Nationalitäten wie der ganze Globus. Was nur eines zeigt: Es gibt Klubs, die sind seit Jahrzehnten modern. Einige, wie der SC Kriens, seit der Gründung.

Das Spiel gegen den FC United Zürich (Samstag, 16:00) findet auf der Buchlern Zürich statt. Das ist kein Stadion, sondern ein Areal von Fussballplätzen. Es liegt an der Friedhofstrasse 89. Ist doch auch etwas.

1 Antwort

  1. Mark Baumann

    Die Sportanlage Buchlern liegt etwa gleich weit vom Friedhof entfernt wie das Kleinfeld vom Krienser Friedhof. Dies muss also kein schlechtes Omen sein. In Zürich gehören übrigens alle Sportanlagen der Stadt, es gibt kein Stadion für YF Juventus, Red Star, nicht mal (mehr) für den FCZ und GC. Die Anlagen sind in erster Linie für den Breitensport gedacht (ausser Letzigrund), sind sehr grosszügig angelegt und werden tadellos unterhalten. Der neue Juchhof (YF Juventus) ist toll, endlich gedeckte Rampen und sowohl Natur- wie Kunstrasen. – Beim Namen wollte man wegkommen vom Bezug zu den Türkischstämmigen, und da schon alle Quartiernamen besetzt waren, hat man sich eben für United Zürich entschieden. – Das mit dem Schweizer Meister war v.a. ein Marketing-Gag, damals waren ja noch Leute aus dem Werbermilieu dabei. Man kann den Club zwar als neureichen „skurrilen“ Retortenclub kritisieren, und sein Image bei den alteingesessenen Vereinen ist suboptimal. Allerdings wurden die sportlichen Ziele immer erreicht in den letzten Jahren, wenn auch mit etwas Glück beim Aufstieg in die PL. Zudem hat der Verein eine zweite Mannschaft und eine sehr grosse Juniorenabteilung aufgebaut. – Nein, ich bin nicht der Mediensprecher, gehe nur ab und zu vorbei aus Interesse und sehe die Anstrengungen. Freuen wir uns doch auf ein spannendes Spiel und das Wiedersehen mit unserem ehemaligen Goalie Dragan Djukic.