FC Rapperswil Jona – SC Kriens

Von Oliver Kraaz «Und? Jetzt steigt ihr ja auf?» – die Frage wiederholt sich mir gegenüber wie das «Ohhmm»-Mantra bei einer hinduistischen Tempelmesse. Ja, mein Gott, natürlich wäre es schön aufzusteigen, wenn man aktuell die Tabelle anführt. Schliesslich geht man ja auch nicht Ostereier suchen und denkt: «Oh! Hoffentlich finde ich keine Eier, bitte, bitte!»

Ich habe mir heute aus Jux die letzten Minuten von Manu – Bayern auf Youtube wieder einmal angeschaut. 1999, Champions-League-Finale. Bayern führte bis zur 91. Minute 1:0  und verlor noch 1:2. Ich habe es etwa viermal angeschaut, vor allen wegen des deutschen Reporters, der zuerst etwas unsympathisch euphorisch wurde und dann nach den zwei Manu-Toren einen starken Anflug von Karfreitags-Stimmung erlitt. Herrlich!

… aber so würde es sich wohl anfühlen, wenn man jetzt schon Champagner (oder Rimuss) kaltstellen, Ballone aufblasen und einen M-Budget-Sack mit Salznüssli bereitstellen würde. Für die Aufstiegsfeier.

Denn: Eine Niederlage gegen Rappi und dann kann man schon mit dem Rechnen beginnen. Runde für Runde. Da war ich noch nie gut und es tut mir auch nicht gut.

Apropos gut tun: Ich finde es bemerkenswert, dass bei einem Challenge League Klub, wo es vor ein paar Monaten noch mehr türkischen Kaviar als Bratwürste gab, dass dort ein uns bekannter Trainer gratis arbeitet. Gratis! Weil der Klub plötzlich pleite ist. Das ist, als ob man zuerst jede Woche neue Lederschuhe aus England für 1’200 Franken kauft und dann plötzlich nicht einmal mehr den Mister Minit für die Flip Flops bezahlen kann.

Es zeigt aber eines: Aufsteigen wäre das eine. Der Wahnsinn der Challenge League dann aber das andere.

Am besten, wir fahren einfach mal hin und spielen den Spitzenkampf. Auf der Rückfahrt können wir an einer Autobahnraststätte ja immer noch einen Sack Nüssli posten. COME ON KRIENS.