FC La Chaux-de-Fonds – SC Kriens

«Wie auf einer Carfahrt mit schlafendem, rumänischem Chauffeur»

Von Oliver Kraaz Mit dieser Rückrunde ist es etwas wie mit einer Carreise, bei der man für 19 Franken nach Italien fahren darf (inkl. Mittagessen an einer gemütlichen Raststätte mit geschlossener Toilette) und stündlichen Präsentation von Rheumadecken, Hautpflegemittel und Hämorrhoiden-Salben: Man ist unterwegs, weiss aber nie wo das Ganze endet. Aktuell beschleicht mich das ungute Gefühl, als ob der rumänische Carfahrer mit Schaum vor dem Mund und einem offenen Auge mit 210 km/h auf der Autobahn fahren würde.

Ja, kommt das noch gut mit diesem Aufstieg? Freunde, ich weiss es nicht. Einige Trainer würde jetzt wohl trompeten: «Wir zeigen jetzt Charakter» oder was immer toll klingt: «Wir spielen nur auf Sieg».

Eine ganz schöne Anekdote dazu: Emmenbrücke spielte 1991 in der Nationalliga B. Vor dem letzten Spiel fehlte ein Punkt zum Ligaerhalt. Ignaz Good, der damalige Trainer, schwadronierte: «Wir spielen nicht auf unentschieden, wir müssen die einfach fressen.» Emmenbrücke verlor dann wild entschlossen gleich 0:4 oder 0:5. Genau weiss ich es auch nicht mehr. Soviel zu Durchhalteparolen.

Es kommt ja auch vor Hochzeiten vor, dass die Braut vor dem Gang zum Alter nur noch kotzen muss und der Bräutigam sich mit seinen Fussballheften im Hobby-Keller einschliesst. Grosse Ziele können Bammel machen. Und in die Challenge League steigt man eben doch nicht alle Jahre auf. Oder besser: Will dorthin aufsteigen.

Kann ja alles noch gut kommen. Oder auch nicht. Wir sollten uns deshalb aber nicht wahnsinnig machen lassen. Im Fussball drehen schon genügend Gestalten im roten Bereich. Bleiben wir im grünen – besser: im grünweissen Bereich.

Dass wir anders können als alle andern, haben wir in Kriens schon oft gezeigt. Daran sollten wir uns in diesen irren Tagen halten. Also: Come on Kriens. Und wer nach La Chaux-de-Fonds fährt (Charrière, Samstag 16:00 Uhr): Gute Reise mit dem Car.