FC Köniz – SC Kriens

Von Oliver Kraaz: Schalke hat auf einer China-Tournee gespielt und wie in den Zeitungen zu lesen war, «unzählige Herzen» gewonnen. Kein Wunder, China hat den Fussball auch so richtig in den Genen. Oder in den Füssen. Dort werden mit selbigen die Menschenrechte getreten, dass man staunt. Champions League der besonderen Sorte.

Was aber an diesen Trips der Klubs wie Schalke noch viel bizarrer ist: Mit einer einzigen Halbzeit in Hong Kong, Peking, Dubai oder auf dem Mond, verdienen die Klubs mehr als der FCL an Jahresbudget hat. Mit der dritten Garnitur notabene. Die Stammelf kickt ja an der EM, Südamerika-Meisterschaft, Olympia oder dem Champions Cup – noch so ein Halligalli-Wettbewerb, bei dem man in Singapur gegen Liverpool kickt und nach dem Abpfiff zum Rückspiel nach Malaysia fliegt.

Eigentlich unglaublich, dass es in diesem Irrenhaus noch die bodenständige Promotion League gibt. Wo man noch zu den Spielen hinfährt (!) und abends im eigenen (!!) Bett wieder übernachtet. Nicht in einem 5-Stern-Hotel, dafür vielleicht sogar in einer 5-er-WG.

Ich habe mich auf die neue Saison gefreut. Da ich in den Bergen in den Ferien war, habe ich das erste SCK-Spiel via SMS-Service mitverfolgt. Das mit dem Livestream zum Saisonstart hat ja nicht ganz geklappt. Aber hallo: An der EM wird ein einziges Spiel mit rund 40 Kameras übertragen. Dass man dann ein Promotion League-Spiel mit einem iPhone übertragen will, ist eine schöne Form des Wahnsinns.

Für das Spiel unseres SC Kriens beim FC Köniz (Samstag, 16 Uhr, Sportplatz Liebefeld) tippe ich ungefragt auf einen Sieg von uns. Und auf eine Übertragung ohne bewegte Bilder. Ist ja auch etwas Besonderes.

PS: Sehen wir uns am 14. August gegen Thun auf dem Kleinfeld?