FC Bavois – SC Kriens

Von Oliver Kraaz Ehrlich gesagt: Geographie war noch nie meine Stärke. Was ich heute an Geographiekenntnissen habe, verdanke ich grossenteils dem Fussball. Wer Kriens-Fan ist, lernt von der 1. Liga bis in die NLA und retour allerhand Klubs kennen. Aber man lernt nie aus.

Bavois, musste ich googlen. Und siehe da: Aha, Jura. War ich schon lange nicht mehr. Dafür ist man schneller auf deren Website. Der letzte News-Eintrag datierte vom Juni. Das lässt darauf schliessen, dass Bavois vor dem Spiel gegen Kriens (Samstag, 17:00 Uhr) nicht vor Aufregung am Durchdrehen ist und sich unsere Mannschaft den Weg ins Stadion durch Menschen im Schlafsack bahnen muss, die unbedingt eines der Tickets ergattern möchten.

Allerdings: Kriens gewinnt gegen Thun formidabel. Und begeistert gegen Sion II mit schönem Fussball. Ein Kollege aus Zürich sagte zu mir: «1‘500 Fans gegen Thun? Aber so was hätte doch mehr verdient als nur so wenige Zuschauer?» Ich nickte. Und sah die 500 Zuschauer gegen Sion II. Gut, darüber haben wir auch schon geschrieben, dass Nachwuchsteams ein Stimmungsmacher sind wie alkoholfreies Bier. Und trotzdem: Woran liegt es, dass noch nicht mehr Fussballfans den Weg ins Kleinfeld finden, einfach um ein gutes Spiel unserer Mannschaft zu sehen?

Vielleicht braucht es mehr Geduld. Kleinode  – nicht nur im Fussball – entdeckt man per Zufall. Und bleibt ihnen treu. Das ist dafür auch eine Qualität in einer schnelllebigen Fussballzeit des Hü und Hotts. Übrigens: Nach dem Cupspiel hat sich ein Fan aus Chur bei uns gemeldet, der alle Spiele des SC Kriens in den Medien mitverfolgt und sich begeistert zeigte. Auch das gibt es.