FC Bavois – SC Kriens

Von Oliver Kraaz Letzter Durchgang in der englischen Woche, noch nach Bavois. Vollprofis lieben englische Wochen. Sie haben dann bereits das Alibi, falls sie einen Grottenkick abgeben und das Publikum vor Wut in die Prepaid-Karten beisst, weil es wieder a.) sauviel gekostet hat und b.) saumässig schlecht war.

«Ja gut, die englische Woche haben wir schon gespürt…» beginnen dann die Interviews, man fährt sich durch Gel-Frisur und schaut irgendwohin, nur nicht in die Kamera. Wie kleine Kinder, die in den Kleiderschrank gepinkelt haben und dabei erwischt wurden.

Ich sitze dann immer wieder ratlos vor dem Fernseher und denke: Okay, drei Spiele als Profi. Aber nun was? Das ist sein Beruf! Ein Garagist schraubt fünf Tage an Autos rum, ein Bäcker steht fünfmal um drei Uhr auf und bezwingt Teig. Aber deswegen hockt er auch nicht auf den Boden und stöhnt am Mittwoch: «Schon drei Tage gearbeitet! Die Brote bringen mich noch um.»

Profi-Millionäre können dies aber. Und wir müssen noch zuschauen.

Darum war ich am Mittwoch auch nicht am Boden zerstört nach dem 2:2 gegen den FCZ. Bei uns gehen die Spieler einem Beruf nach und steigen dann noch in die Hosen. Gerackert wird bis zum Schluss. Dass dann die Zürcher durch einen 32-jährigen Profi im Nachwuchs (das muss man erst erfinden) noch ausgleichen – ist Mist. Aber gejammert hat niemand. 

Und wohlverstanden: Wir fahren als Leader nach Bavois (Samstag, 17:00 Terrain des Peupliers – im Livestream). Dort gilt es eine gute Falle zu machen. Denn in einer Woche steht das Spiel gegen unsere Kollegen des SC Brühl an. Das kann ein echter Showdown um die Spitze werden.

Das sind doch gute Aussichten, meine Freunde oder? Einem Profi-Millionär würde dies zwar gleich wieder den Schweiss auf die Stirne treiben: So viele wichtige Spiele innert wenigen Tagen…

Come on Kriens!