Dd: Avegno – Offenbarung im Tessin!

Morgens um 5 Uhr ist die Welt noch in Ordnung, auch wenn es regnet und sich jeder rasch in den Juniorenbus verkriecht. Mit der Ausfahrt aus dem Gotthardtunnel kommen wir in eine andere Welt. Blauer Himmel und die wärmende Sonne, die es wirklich noch gibt.

Mit guter Stimmung wird das erste der 5 Gruppenspiele in Angriff genommen. Etwas langer Rasen machte unser Spiel langsam und der ungewohnte Untergrund brachte so einige holprigen Überraschungen mit sich. Die robuste Gangart der gegnerischen Mannschaften weckte aber jeden Spieler immer wieder. Jedes Spiel brachte neue Erkenntnisse und Überraschungen. Absolute Dominanz und 0:1 verlieren oder etwas mehr als 1 Minute gespielt und mit 0:2 in Rückstand (no problem). Auf Grund der grundsätzlich guten Leistungen und dem guten Torverhältnis war die Qualifikation für die Spiele am Nachmittag bereits vor dem letzten Gruppenspiel gesichert. Immer mehr grosse, kleine, junge und etwas ältere Fans sind in der Zwischenzeit eingetroffen und haben uns viel Spass und Abwechslung mitgebracht.

Für das Mittagessen und die Finalspiele am Nachmittag verschob man sich in das ca. 5 km entfernte Heimstadion des AC Vallemaggia. In der herrlichen Grünanlage, bei ebenso herrlichen Sonnenschein, an der malerischen Maggia wurden die Stunden so richtig genossen. Das Halbfinale war wie jedes der Spiele ein hartes Stück Arbeit. Verdient und überglücklich wurde das Halbfinale gewonnen und der Finaleinzug dadurch gesichert. Salben hier, Tapen dort, und ermunternde Gespräche vielerorts. Alle haben in den ersten sechs Spielen die Spielart der Tessiner zu spüren bekommen.

Hochkonzentriert wurde das Finale in Angriff genommen und der schnelle 10-er war immer gut im Griff von 2 sich abwechselnden Kriensern. Mehrmals scheiterten wir am guten Tessiner-Torhüter. Die harte Gangart zwang uns immer wieder Spieler vom Feld zu holen. Irgendeinmal konnte der Schiedsrichter wohl nicht mehr anders und musste den fälligen Strafstoss für uns pfeifen. Sicher wurde dieser verwandelt und das Spiel hatten wir nun bis zum Penaltypfiff (gegen uns) vom Schiedsrichter voll im Griff. Penalty? Unser Spieler wurde am Arm zurück gerissen, stürzte, Schuss auf das Tor wurde gehalten und dann der Pfiff. Selbst die Zuschauer des Heimteams mussten lachen.

Was nachher abging war alles, aber sicher nicht mehr Fussball. Die Tragik daran ist der sogenannte Unparteiische. Hechtsprung um unseren Spieler am Wegziehen zu hindern und mit beiden Armen zu Boden zu reissen. Mehrfache Notbremsefouls, Ellenbogen an den Köpfen, Ziehen, Drücken, Stossen, Offsides (Pfiff/e waren Fehlanzeige). Glücklicherweise wurde (vermutlich) keiner unserer Spieler im Finalspiel ernsthaft verletzt. Das 2:1 verlorene Finalspiel war eigentlich niemandem mehr wert darüber zu reden. Zu hoch waren die Emotionen und sind sie noch. Die Beleidigungen der Spieler und den dazu unterstützenden Trainern sind aber mehr als bedenklich.

Gratulation dem ganzen Team zu der sportlich sehr guten Leistungen und dem gezeigten genialen Teamspirit.

avegno2

Mit Stolz und grosser Müdigkeit wurde die Heimreise in die regnerische Innerschweiz in Angriff genommen und der 16-stündige Ausflug ins Tessin war zu Ende. Erfahrungen wurden zweifelsohne viele gemacht. Zumindest die von unserem Team und von unseren Spieler waren aber sehr positiv und machen uns zuversichtlich.

Nun gilt es die gezeigte Kampfbereitschaft und Leidenschaft auch in den noch anstehenden Meisterschaftsspielen auf den Platz zu bringen, um zusammen mit den bekannten Stärken auch die Resultate zu erreichen die im Team wirklich stecken. Go SCK.

Bericht: Toni Schwab