Cup: SC Kriens – SC Brühl

Von Oliver Kraaz Der Tages Anzeiger hat vor rund zwei Wochen einen feinen Artikel über den Amateurfussball veröffentlicht. Unter dem Titel «Meisterschaft der Profiteure» wird aufgezeigt, wie selbst in der 2. und 3. Liga hübsche Zustüpfe verdient werden. In Form des «dicken Couverts» auf die Hand ohne buchhalterische Verbuchung.

Unsere Präsident Werni Baumgartner hat offen im Artikel Stellung bezogen: «Clubs wie wir, die sich an das Gesetz halten, werden benachteiligt.» Diese Aussage hat im Umfeld für viel Aufsehen gesorgt. Es war eine Mischung aus Anerkennung und doch Erstaunen. Wie kann man sich nur selber die Flügel stutzen? So nach dem Motto: Warum nicht den Ball ins leere Tor schiessen? Will heissen: Es wäre tatsächlich möglich, dem Fahrstuhl nach oben einzuheizen. Mit etwas «Zustupf». Willige (und gute Spieler) gäbe es sicher.

Aber wir machen es nicht. Ja, warum? Weil es ohne geht – oder besser: gehen muss. Ein Klub ist immer mehr als die 1. Mannschaft. Das geht schnell vergessen. Beim SC Kriens sind es noch über 500 Junioren und Juniorinnen, Spieler und Spielerinnen die abends und am Wochenende die Fussballschuhe schnüren und sich das grünweisse Trikots überziehen. So wie es bereits Tausende seit 1944 getan haben. Eskapaden bei der 1. Mannschaft könnten sie alle mit in den Abgrund ziehen.

Aber: Die 1. Mannschaft ist natürlich die Mannschaft der grossen Emotionen. Sie steht im Schaufenster. Sie ist der Stolz und die Visitenkarte des Vereins. Sie drückt aus, wie die Philosophie eines Vereines gelebt wird.

Der SC Kriens steht im Achtelfinal des Schweizer Cups. In der gleichen Runde wie der FC Basel, der FC Luzern, der FC Zürich oder YB. Ihr merkt es: Das sind andere Budgets. Und wir mittendrin. Vielleicht auch noch nächstes Jahr im Viertelfinal. Was heisst das? In Anlehnung an den Spruch Geld allein schiesst keine Tore kann man sagen: In Kriens schiesst Ehrlichkeit Tore. Wahnsinn? Naiv? Vielleicht. Heute Abend aber einfach eine grossartige Sache: Achtelfinal, 19:30 im Kleinfeld gegen unsere Kollegen im Geiste vom SC Brühl.

Auf ins Kleinfeld. COME ON KRIENS.