BSC Old Boys – SC Kriens

Von Oliver Kraaz In meinem Büro wissen alle unterdessen nur zu gut, dass ich nicht FC Luzern-, FC Basel-, Bayern-, Galatasaray-, Juve- oder was auch immer, sondern Kriens-Fan bin. Kaum waren wir auf dem 1. Platz in der Promotion League, hiess es von allen Richtungen in der Kantine: «Und? Schon durch in die Challenge League?»

Challenge League – da reden wir von einer Liga, die wir eigentlich jedes Jahr immer weniger kennen. Klar, Erinnerungen sind da. An jene glorreichen Zeiten, bevor wir abgestiegen sind – zur Erinnerung: es war 2012, auch schon etwas her. Nur: Bei dieser Liga ist nichts mehr, wie es mal war. Nur die Schulden sind geblieben. Sonst ist alles nur noch teurer geworden. Sehr viel teurer.

Erinnerungen sind gut, aber im Fussball sind sie eben schlimmer als ein 0:1 in der 91. Minute. Das Fussball-Magazin «Elf Freunde» hat in der aktuellen Ausgabe namhafte Klubs aus dem Ruhrpott besucht, die mal in der 1. und 2. Bundesliga spielten. Und jetzt bis in die 6. Liga abgetaucht sind. Weil das Geld fehlt. Das Problem: Ohne Geld gibts es kein Ticket für die Fahrt zurück nach oben. Nostalgie hin oder her.

Ein Trainer dieser darbenden Fans meinte gar salopp: «Wenn einer anfängt mit ‚früher da haben wir noch‘ könnte ich ihm gleich eine in die Fresse hauen.» Gut, der Pott ist bekannt für seine direkte Sprache, aber die Aussage ist klar.

Auch für Kriens ist die Realität die aktuelle Saison. Guter Fussball mit sehr wenig Geld, aber sehr jungen und talentierten Spielern. Wer schon zurückblicken will, der sollte nicht nur die Challenge League-Zeiten sehen, sondern auch der Abgrund, an dem der Verein noch vor Kurzem stand. Erst dann wird einem klar, dass der «neue SC Kriens» in der Promotion League eine Erfolgsgeschichte ist. Andere Vereine sind an einer ähnlichen Krise zerbrochen.

Daher dürfen wir stolz nach Basel blicken, wenn unsere Mannschaft am Samstag um 16:00 auf der Schützenmatte gegen Old Boys spielt. Weiterhin um einen Platz an der Spitze, notabene.